Archive for Februar, 2013

7 Weeks – Carnivora

7 Weeks – Carnivora

Massive Rock

Carnivora

7 Weeks

Und wieder einmal macht die französische Rockszene auf sich aufmerksam. Diesmal mit dem neuen Album von 7 Weeks aus Limoges. Sie selbst nennen ihre Musik Massive Rock und das trifft zweifelsohne zu. Der Sound ist groovegetrieben, kraftvoll und strotzt nur so vor spielerischer Energie. Es kommen sowohl Elemente aus dem Metal, modernem Rock als auch Stonerrock zum Einsatz. Die stark aufkommende Retro-Schiene wird vollkommen ausser Acht gelassen, viele moderne Songideen und treibende Rhythmen weisen die Richtung. Vor allem der gute Spannungsaufbau in vielen Songs (Let Drown, Carnivora, Ghosts On The Seaside Road) bringt viele Überraschungen mit sich. Neben der herausragenden Arbeit der Rhythmussektion und den verdammt knackigen Gitarren sind die Vocals hervorzuheben. Niemals aufdringlich, immer songdienlich und facettenreich klingt die sanfte, aber kraftvolle Stimme und umspielt das Riffgewitter um sich herum perfekt. Vorallem wenn ruhigere Töne angeschlagen werden kommen die melodischen Gesangslinien besonders zur Geltung. Refrains laden zum Mitsingen ein und besitzen teilweise schon Hymnencharakter, auf jeden Fall sehr partytauglich was die Jungs da abliefern!

Das Album an sich ist sehr abwechslungsreich und zeigt ziemlich alle Facetten der modernen Underground Rock Musik auf, trotzdem sind die Songs recht eingängig und brennen sich sofort in den Gehörgängen fest. Stimmungsvolle Akustikgitarren, druckvoller Powerstoner a la Planet Of Zeus bei Acid Rain, Songs zum abgehen und mitgröhlen (High In Heavenly Places). Dann wieder ein ruhiger Akustik-Song mit viel Wüsten-Gefühl (Shadow Rider). Man bekommt einfach so ziemlich alles geboten was die moderne Rock Musik so hergibt.

Mit Carnivora liefern 7 Weeks ein erfrischend modernes Album ab, weit ab von der Retro-Welle. Abwechslungsreich von Anfang bis Ende und mit vielen guten Songideen werden die Franzosen sicherlich auch bei uns ihre Fans finden. Nicht umsonst supporteten sie schon die Tour von Suicidal Tendencies und Infectios Grooves! Erscheinungstermin ist der 1.3.2013, also bestellt euch schon mal ein Exemplar! Für Live-Gigs checkt einfach unsere Tourdaten

1. Bones & Flowers 3:26
2. Acid Rain 2:53
3. Carnivora 5:49
4. Ghosts On The Seaside Road 3:52
5. Diary-Day 7 4:44
6. Year Zero 5:25
7. You Are So Special 3:06
8. Let Me Drown 7:37
9. Shadow Rider 2:53
10.High In Heavenly Places 4:39

Laufzeit: 44:24 min

Anspieltipps: Ghosts On The Seaside Road, Carnivora
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X-Mas Ride – Dresden – 30.12.12

Der Musikalische Jahresabschluss geht in seine zweite Runde. Nachdem uns 2012 unter dem Titel Santa Psychedelica Hypnos69, Sungrazer und Glowsun beehrten, dürfen dieses Jahr mit den Truckfighters, Been Obscene und Stonebride ebenfalls drei nicht gerade unbekannte Bands die Runde durch Deutschland drehen. In der Weihnachtszeit gibt es allerdings auch andere Interessen denen man nachgeht, weshalb sich der Bericht auf das Konzert im Sektor E Dresden beschränkt.

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten, die winzige Einfahrt zum Parkplatz der Location zu finden, sind wir überpünktlich. Ein netter Helfer beschreibt uns den Sektor E als „Den Dubstepschuppen, da unten in der Fabrikhalle“.
„Dubstep Schuppen?“ Na das kann ja was werden. Immerhin ermöglicht uns dieser Kommentar die Wartezeit bis zum Einlass mit sinnlosen Genreerfinungen alà Dubdoom und Goastoner zu überbrücken.
Innen sieht die Welt schon anders aus. Der Sektor E ist eine echt nette Location, etwas rustikal, aber mit Stil. Die Getränkepreise gehen ebenfalls in Ordnung.

Leider dauert der Soundcheck gefühlte Ewigkeiten, weshalb die feierwütige Meute sich im Eingangsbereich zwischen Bar, Ein- und Ausgang und Merchstand gedulden muss. Auch ne Idee den Verkauf anzukurbeln. Nach ca. einer Stunde kann der Saal betreten werden. Die Bands sind jedoch weiterhin unzufrieden mit dem Sound. Eine gefühlte weitere dreiviertel Stunde stehen Stonebride auf der Bühne und können sich mit dem Tonmensch nicht einig werden. Das zerrt sichtbar sowohl an deren, als auch an unserer Geduld. Naja, es gibt ja Bier.

Stonebride

Endlich geht es los. Stonebride blasen direkt zum Angriff, eine wummernde Wand drückt sich gegen die Zuschauer. Doch wo ist die Stimme? Die ist immer noch nicht da, kann man aus Reihe 2 höchstens unverstärkt zu hören bekommen, sonst aber nicht. Der instrumentale Part hingegen besteht aus fetten treibenden Riffs, die immer wieder durch Sologeschredder unterbrochen werden. Die einzelnen Songparts sind hervorragend, fast makellos, doch Songs mit vielen Tempo und Rhytmuswechseln werden wohl nie mein Fall werden. Schade, denn qualitativ ist das richtig Zucker, was die Vier da vorne zaubern.

1. Lowest Supreme
2. Sokushinbutsu
3. Shadows Like Snakes
4. Crimson Tongue
5. Venomous
+ Zugaben

Been Obscene

Auch Been Obscene brauchen einen Moment um die richtigen Töne zu finden, legen dann aber, wie immer, einen absolut souveränen Auftritt hin. Gespielt werden sowohl die alten Songs von The Magic Table Dance, als auch die der neueren der Platte Night O’Mine. Alle wissen auf ihre eigene Weise zu überzeugen, sei es das flinke Uniform oder die atemberaubende Gänsehautbalade Demons. Und überhaupt, wie schaffen es die 4 Ösis eigentlich immer und immer wieder diesen zauberhaften Flair zu erzeugen? Kling, vorbei mit Flair, Saite Gerissen. Mitten in Impressions droht ein kurzer Ausfall, doch cooler kann man einen solchen nicht kompensieren. Völlig spontan grooven die übrig geblieben Handwerkzeuge einen rotzecoolen Jam zusammen, überbrücken die Reparaturzeit und machen dann einfach da weiter, wo sie aufgehört haben. Impressions in Impressions quasi. Hut ab!

Truckfighters

Truckfighters. Halt Stopp. TRUCKFIGHTERS!!! Oh man, ich liebe diese Band. Ozo, Dango und Pezo stimmen Desert Cruiser an und außer dem Gemäuer hat nichts mehr ein halten. Wie schon beim Desertfest verwandelt sich Reihe 1 in Reihe 0 ½, dahinter gibt es nichts als Bewegung. Die Temperatur steigt mit jeder Minute mehr, alle schwitzen, allen ist es egal. Der Sound aus den monströsen Verstärken bläst alle Sorgen, jeglichen Kummer aus dem Hirn. Es gibt nur das hier und jetzt und bitte bitte, lass das niemals enden! So unbeschreiblich die Truckfighters auf Platte sind, so unbeschreiblicher sind sie Live. Dreckig, schmutzig….ach es gibt kein Adjektiv um diese Band auch nur im Ansatz gut beschreiben zu können. Ozo und Dango wandern über die Bühne, durchs Publikum, hüpfen, schreien, werfen Dinge durch die Gegend. Die Band hat mindestens genauso viel Spaß wie das lauschende Volk. So kommt es auch zu einigen Zugaben, bei denen man auch neues Material zu hören bekommt.

Natürlich läuft auch hier nicht alles glatt, doch liebe Perfektionisten, lasst euch bitte gesagt sein, dass diese Musik durchs Mark gehen muss und nicht durch den Kopf.
Alle die das ähnlich wie ich sehen sind nach der Zugabe völlig kaputt, halten sich die Schienbeine, trocknen sich sämtliche Körperteile mit den mindestens genauso durchnässten Klamotten ab und versuchen ihren Puls in halbwegs gesunde Regionen herunterzufahren.

1. Desert Cruiser
2. Traffic
3. NYA Pop (neuer Song)
4. Atomic
5. Monte Gargano
6. Kickdown
7. Chameleon
8. Analougus
9. Gargarismo
10. In Search of (the)
+ Zugaben

Oh man, was für ein Abend, was für ein Jahresabschluss. Ich kann von mir behaupten, dass es nie einen besseren gab. Stonebride rockt, Been Obscene lassen mich innerlich das Jahr Revue passieren und die Truckfighters löschen all den angestauten Kummer, lassen mich nach vorn blicken und schaffen Hoffnung für die nächsten 12 Monate. Wenn das euer Ziel war, Sound of Liberation, Rockzilla und wie ihr alle heißt, dann habt ihr es mit Bravour erfüllt. Wenn nicht, dann habt ihr 3 hervorragende Bands an den Start gebracht, die so ziemlich jeden glücklich gemacht haben. Vielen Dank an alle Beteiligten und ein weiteres gutes Jahr mit noch besserer Musik.

Flow
www.stonerrock.eu

DxBxSx – Ihr! Alle! Immer!

DxBxSx - Ihr! Alle! Immer!

Sie werden sagen: Keine halben Sachen!

Ihr! Alle! Immer!

DxBxSx

Vor knapp zwei Jahren habe ich DxBxSx mit dem Rauchwehr-Video zum ersten Mal bewusst wahrgenommen. Den Song fand ich zuerst ganz nett. Dann lief er plötzlich in Dauerschleife. Kurz darauf lag das Album zum rezensieren auf dem Tisch. Die Platte fand ich zuerst ganz nett. Dann lief sie plötzlich in Dauerschleife. Bis heute.

Klar, dass der Zugriff-Nachfolger bei mir mit Spannung erwartet wurde. Eine objektive Meinung trau ich mir daher sowieso kaum zu. Wird also auch hier nix mit dem Vorurteile aus dem Weg räumen. Ihr! Alle! Immer! setzt da an, wo wir 2011 abgesprungen sind. Diverse Liveauftritte konnten die Wartezeit verkürzen und demonstrieren immer noch am besten, warum die Tracks auch auf Platte so viel Spaß machen. Demonstrieren – das tun DxBxSx nämlich am liebsten. Und dafür lieben und respektieren wir sie. Haltung beziehen und diese so schmutzig und direkt wie möglich an den Mann bringen, ohne dabei die Unterhaltung zu vergessen. Macht Ihr! Alle! Immer! die zweite Runde auf dem Plattenteller oder in meinem Fall im Kassetten-Deck, ist bei jedem Song schon mindestens eine Zeile hängen geblieben und das Bedürfnis laut mit zu grölen steigt und steigt. Wenn man dann als Stoner-Rocker einen Blick auf die Lyrics wirft und merkt, dass Angels Worte scheinbar alle Sinn geben und durch eine kaum zu bestreitende Wahrheit zu bestechen scheinen, bedauert man doch sehr, dass es nicht mehr Bands gibt, die inhaltlich wertvolle Lyrics schreiben und dabei auch noch so authentisch wirken, anstatt die zwanzigste Liebeshymne über Wüstensand zu schreiben.

Ich als Student und Schwabe, finde mich natürlich selbst auch zwischen den Songzeilen wieder, so wie sich vermutlich viele in den Texten entdecken und ihr Fett wegkriegen. Man muss nicht immer die Meinung der Berliner Strolche teilen, aber zumindest anerkennen sollte man sie stets. Schluss endlich verleiten Songs wie Echte Männer, It’s so Berghain oder der Titeltrack außerdem dazu endlich selbst nachzudenken und (erst dann) das Maul aufzumachen.

Wenn die Berliner mal nicht meckern, werden etwa die sondergleichen und liebgewonnenen Nachbarn von den Straßen Neuköllns gegrüßt und besungen. Einer meiner absoluten Favoriten, nachdem ich den Song schon auf der Live-CD Live at Lietze Rockfestival hören konnte. Mit einer Spielzeit von fast sechs Minuten und (effektivem) Orgel-Einsatz, grenzt sich Liebesgrüße nach Neukölln aber deutlich von den restlichen Riff-Krachern in Punklänge ab. Erfrischend sowie aufmischend zieht sich musikalisch und textlich eine erstaunliche Abwechslung durch die 41 Minuten Laufzeit, was natürlich an Timos treibender Bass-Show, Stevens fast schon selbstverständlich optimal passenden Drumming sowie Angels Stimme und Riffs liegt. Auf Beat und Melodie von Wild Thing (bekannt geworden durch die Cover-Interpretation der Band The Troggs) ist Action Moni ein gutes Beispiel, dass man sich auch innerhalb von 12 Tracks nicht wiederholen muss.

Musikalisch brechen Drive By Shooting natürlich keine Revolution los, aber mit dem Gesamtpaket sind wir ganz nah dran. Ich freu mich auf den Moment, wenn das endlich auch alle anderen kapieren. Augen aufmachen. Platte kaufen. Ihr! Alle! Jetzt!

Weiterführend möchte ich gerne auf den Song Problemkind hinweisen, den DxBxSx freundlicherweise exklusiv für die CD-Compilation Kept in a Cave aufgenommen haben und den hier besprochenen Songs in nichts nachsteht. Wer sich außerdem von dem Mitgrölpotenzial des neuen Albums überzeugen möchte, sollte sich It’s so Berghain live in Würzburg zu Gemüte führen. Auf Tour mit der neuen Platte sind die Jungs auch. Also vorbei schauen!

1. Ihr! Alle! Immer! (1:43)
2. Tick, Tick, Tick (3:24)
3. Keine halben Sachen (2:52)
4. Die Fahrt wird lustig (3:45)
5. 120 Ruhepuls (2:40)
6. Liebesgrüsse nach Neukölln (5:47)
7. Echte Männer (4:21)
8. Panik schieben (2:24)
9. Action Moni (4:03)
10. Sie werden sagen (2:48)
11. It’s so Berghain (2:52)
12. Fressen, Schlafen, Glotze an (4:38)

Laufzeit: 41:24 min

Anspieltipps: Liebesgrüße nach Neukölln, 120 Ruhepuls, Action Moni, uvm.
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