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Band of the Month – September 2014:
TRONA EXPERIENCE, THE

TRONA

In unserer Band-of-the-Month-Reihe möchten wir demonstrieren wie viele und vor allem vielfältige junge Bands da draußen unterwegs sind. Nach Slomind, die uns gerade-heraus und direkte Riff-Power geboten haben, möchten wir den Blick natürlich wieder in eine andere Richtung werfen.

Trona Experience liefern uns instrumental-psychedelischen Rock, wie wir ihn durch Bands wie My Sleeping Karma, Colour Haze oder Samsara Blues Experiment lieben gelernt haben. Atmosphärisch, dicht und treibend finden sich sowohl Post als auch Prog Elemente wieder. So auch der Fall im Song Diamond, den wir euch hier stolz präsentieren. Gefällt euch dieses Jam-lastige Stück Musik, besorgt euch doch das Debüt White Universe; es lohnt sich.

Here we go.

Einstimmung

Wichtiges

  Gegründet   2009
  Urpsrung   Ludwigsburg (Germany)
  Einflüsse   Kyuss, Colour Haze, My Sleeping Karma,
Queens of the Stone Age, The Mars Volta,
King Crimson, Led Zeppelin, Pink Floyd
  Genre   Stoner Rock, Psychedelic, Post-Rock
  Trona sind…
  • Niklas Menschik (Gitarre/Synthesizer)
  • Daniel Iuorio (Bass-Gitarre)
  • Nicoals Widmann (Drums)
  • Andy Dobler (Gesang/Gitarre/Synthesizer)
  Kontakt

Interview

Erzählt uns von euren Anfängen, wie habt ihr zueinander gefunden und wie hat sich euer Stil entwickelt?

Mit Nico, unserem Drummer, hab ich schon seit wir klein waren viel Musik gemacht, zusammen mit unseren besten Freunden. Als diese Zeit dann irgendwann einmal vorbei war wollten wir natürlich noch nicht aufhören. Zu zweit konnten wir dann den Stil verfolgen, der uns durch die Leidenschaft zu psychedelischer und progressiver Musik aus den 60er und 70ern zusammen geführt hat. Mit Daniel, den ich auf meinem damaligen Arbeitsplatz kennen gelernt habe, wurden wir dann komplett. Er teilte unseren Musikgeschmack und brannte genauso wie wir darauf, eine Band zu gründen. Daniel brachte nur Erfahrungen auf der Gitarre mit, lies sich aber dennoch für den Bass-Part überreden.

In Weil der Stadt habt ihr vor My Sleeping Karma gespielt, ist das eine Band, die euch beeinflußt? Was kann man als junge Band von solch Bühnen-erfahrenen Bands lernen?

My Sleeping Karma hat uns durchaus all die Jahre begleitet und viel Inspiration gegeben. Wir waren zusammen auf einigen Konzerten von MSK und danach liefen die Bandproben immer super. Sozusagen frisch aufgetankt mit neuer Energie und Inspiration. Als wir dann in Weil der Stadt zusammen mit MSK spielen durften, war das natürlich ein besonderer Moment für uns. Was man von solchen erfahrenen Bands lernen kann, ist vorallem die Bühnenpräsenz und den Einfluss, den man damit auf das Publikum haben kann. Man sollte immer Spaß an der Sache haben und das auch zeigen. Fühlt sich die Band wohl, tut es das Publikum auch.

Wie würdet ihr die Szene hier unten in Stuttgart im Süden beschreiben, im Vergleich zu anderen Hot-Spots (Jena, Berlin, etc.)

Leider haben wir nicht viel Erfahrung, was im Rest von Deutschland so abgeht, aber ein paar Dinge sind uns hier unten schon sehr positiv aufgefallen. Hier im Süden gibt es sehr viele junge Stoner Bands, welche sehr viele Konzerte und kleinere Festivals starten. Somit hatten auch wir immer eine Chance unsere Musik zu präsentieren und das Publikum für so eine Musikrichtung war immer da. Man fühlt sich schon fast wie in einer Gemeinschaft. Rock’n’Roll ist zum Glück noch nicht tot ;-).

Euer Diamond Jam auf YouTube klingt großartig. Wie kann man sich eine Jam-Session bei euch vorstellen? Beleuchtung? Drogen? Stimmung?

Stell dir einen kleinen, verrauchten Proberaum vor. Roter Teppich. Die Beleuchtung strahlt ausschließlich hinter den Amps hervor. Auf dem Tisch stehen ein paar leere Biers, ab und zu hocken ein paar Freunde auf der Couch. Man freut sich einfach, dass es Wochenende ist und man mit seinen Besten zusammen Musik machen kann. So ein Jam kann schon einmal eine Ewigkeit dauern. Man steigert sich immer mehr in das Feeling rein. Bis die Finger bluten. Und mit Glück bleibt dann auch was davon hängen wie der Song “Diamond”, welcher auch auf unserem Debut-Album zu hören ist.

Was können wir von euch in Zukunft erwarten? Habt ihr den Ansporn euch selbst zu pushen und zu eventuell zu touren?

Gerade sind wir damit beschäftigt unser erstes Album “White Universe” an den Start zu bringen bzw. am Start ist es ja schon. Da wir nun auch eine eigene Platte haben, würden wir natürlich gerne eine längere Tour starten um unsere Musik zu verbreiten. Mehr Infos gibt’s da aber leider noch nicht. Zeitgleich experimentieren wir mit Gesang herum und schmieden schon Pläne für das zweite Album. Diesmal womöglich mit Vocals ;-).

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Artikel von Tim.

Dot Legacy – Dot Legacy

Ein von Leidenschaft getragenes, cleveres Debut.

Dot Legacy

Dot Legacy

Nur der dickste Riff und die trockenste Produktion reichen nicht mehr. Es gibt Bands, die wissen wie man neue Türen öffnet und Raum nicht monoton wiederverwerten muss, sondern mit Gefühl, Melodie und Experimenten füllen kann. Die Franzosen gehören mit Sicherheit dazu. Schließlich geht es im Zick-Zack durch fast alles was man sich so vorstellen kann, ohne dabei an Realitätsverlust zu verenden.

Dot Legacy probieren sich aus, experimentieren, gehen Wege ohne sich Grenzen zu setzen. Das geht vom Songwriting, über die Vocals und Instrumentalisierung, bis hin zu der Produktion. Klingen dabei irgendwie jung und frisch und schaffen es Experimentierfreude nicht in wirre Komplexität oder Soundwände ausarten zu lassen, sondern klare Songstrukturen zu bilden, die an den dünnsten Stellen nur von feinen Melodien gehalten werden und an den dicksten einen Schlag ins Gesicht bieten. Wenn die Akustik-Ballade 3am oder der Rap in Pyramid es nicht schafft Abwechslungsreichtum in unseren oft repetitiven Gefilden aufzuzeigen, was dann? Genau, so kann ein Album nämlich durchgehend spannend bleiben.

Wer derart viele Einflüsse unter einen Hut bringen möchte, läuft natürlich Gefahr Mut in Übermut mutieren zu sehen. Dot Legacy behalten jedoch stets die Kontrolle über ihr kleines Biest und fordern lediglich aufmerksames Hören. Wer das tut, bekommt vielleicht kein neues Genre aufgetischt, aber eine interessante Neuinterpretation der verschiedensten Schubladen. Schon anhand ihres, mit einem schicken Musikvideo geschmückten, Vorzeigesongs Kennedy demonstrieren sie ein Bündel an Tempowechseln, fetten Riffs, Ruhetälern und Chorgesang. Derartige Hymnen finden wir auch in Days of the Weak, wo sie durchaus zum mit singen animieren. So wird die Energie, die wir alle so lieben, nicht nur durch Instrumente sondern auch Stimmen übertragen. Dabei müssen diese nicht einmal außerordentlich ungewöhnlich oder professionell klingen. Man muss schließlich nur wissen, wie und wann man seine Werkzeuge einsetzt. Genau das können Dot Legacy von sich behaupten.

In letzter Zeit war ich dem Heavy Rock gegenüber etwas müde geworden. Bands wie Mother’s Cake oder auch Dot Legacy reißen mich aber wieder mit. Nehmt euch Zeit und verliebt euch neu. Es lohnt sich.

1. Kennedy
2. Think Of A Name
3. Days of the Weak
4. The Passage
5. Pyramid
6. Gorilla Train Station
7. Rumbera
8. The Midnight Weirdos
9. 3 a.m.

Laufzeit: 46 min

Anspieltipps: Kennedy, Pyramid, Gorilla Train Station

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Lonely Kamel – Shit City

 Lonely Kamel – Shit City

Die norwegischen Wechselbälger überzeugen auch mit ihrem vierten Album

Shit City

Lonely Kamel

Lonely Kamel sind ein Paradebeispiel für die Auswirkungen der Globalisierung auf die Musik. Auf ihren Platten geben sich verschiedenste Genres die Klinke in die Hand – Blues, Rock n Roll, Stoner… Hauptsache es rockt. Auf ihrem vierten Album Shit City bleiben Norweger ihren Wurzeln – die irgendwie überall liegen – treu.

Das Ortsschild der Shit City wird unter punkig anmutender Beschallung mit einem unglaublichen Tempo passiert. Über die einfache Punkgitarre wird hier das ein oder andere sehr hohe Mini-Solo gelegt – mehr Zeit bleibt auch nicht. Teilweise übersteuert der ins Mikrofon gebrüllte Refrain sogar. Nach knapp zwei Minuten scheint der Song auch schon wieder auszuklingen. Doch die Osloer scheinen selbst herunterkommen zu wollen. Unter mächtigem Bong-Geblubber beginnt der schwere, rifflastige Part des Songs. Von dem Gewicht, das Bass und Gitarren produzieren, lässt sich Espen Nesset an den Drums wenig anmerken und wirbelt ungestört im Hintergrund umher. Der Titeltrack stimmt bereits gut auf den zu erwartenden wilden Genre-Mix ein.
Auf Shit City finden sich viele klassische Hard-Rock Songs wie das eingängige White Lines. Doch Lonely Kamel wären nicht Lonely Kamel, wenn sie diese so stehen lassen würden. I Feel Sick beginnt ähnlich straight-forward wie der Opener, doch nach einigen Gitarrensoli und unglaublich effektiven Tempowechseln ist der Track kaum noch wieder zuerkennen. Ein repetitives Riff und die mit immer mehr Hall unterlegte Stimme von Thomas Brenna münden schließlich in einem weiteren unfassbar hohen Solo. Hier haben Brenna und Paulsen in einer Nummer ihre Griffbretter rauf und runter gespielt. Ähnlich verfahren sie bei Night Jar. Da das gesamte Album so stark nach den 70ern klingt, fällt kaum auf, dass es sich hierbei um ein Cover der Band Necromandus handelt, die den Song tatsächlich vor gut 40 Jahren aufnahmen. Nach ziemlich genau der Hälfte des Tracks bringen sie den Smasher-Hit mit einem Iommi-Riff fast komplett zum Stillstand, nur um nach kürzester Zeit wieder Vollgas zu geben. Dieses Vorgehen ist jedes Mal wieder unbeschreiblich wirkungsvoll.

Seal The Perimeter kommt einem klassischen Stoner-Song am nächsten, sticht aber durch geschicktes Ping-Pong-Spiel von groovig-verträumten Strophen und extrem kräftigem Refrain (oder eher „Riffrain“) hervor. Während der sechsminütigen Laufzeit von Freezing tobt sich das Quartett ordentlich aus. Ein Drittel der Zeit nehmen sie sich für eine ausgedehnte, anschwellende Intro. Es folgt der an Sabbath erinnernde Chorus mit anschließender Ruhepause. Das noch etwas folgt lässt schon das lauernde Getrommel erahnen und schließlich setzt das obligatorische, klassische Kopfwackel-Riff dann auch ein. Als Absacker gibt es nochmal ein bisschen Sabbath – so abwechslungsreich können ein paar Minuten sein.
Ein Markenzeichen der Skandinavier sind die Southern-Rock und Blues Titel, die auf keiner Platte, die den Schriftzug Lonely Kamel ziert, fehlen dürfen. Is It Over ist ein Prachtexemplar dieser Sorte. Augenblicklich nach dem ersten Gitarrenanschlag findet sich der Hörer auf der Veranda einer heruntergekommenen Hütte mit Blick auf den Mississippi wieder und wundert sich, wieso alles nach Whisky stinkt. Nach mehrmaligem Robert Plant-artigem „Please, please, please!“ Geflehe steuert Stian Helle den Blues mit bedrohlich wirkendem Bass in ein stark verzerrtes Gitarrensolo. Auch BFD (kurz für Big Fat Dolly) beweist Südstaatencharme und könnte gut auf Rodeo-Wettbewerben laufen. Falling Down beginnt als eingängiger Southern-Rock Track, doch im Laufe eines minutenlangen Instrumentalparts fällt die ursprüngliche Songstruktur immer weiter auseinander. Im verträumten Mittelpart erinnert nur noch der weit entfernt wirkende Gesang Brennas an den Anfang. Als der Ortsausgang von Shit City schon in Sicht ist, kehren die Norweger dann aber doch noch einmal kurz zum Standard-Riff zurück.

Lonely Kamel hätten aus dem auf Shit City verwendeten Material ohne Probleme zwei gute Alben produzieren können. Doch so haben sie ein bemerkenswert abwechslungsreiches Album geschaffen. Zum einen erreichen sie dies durch ihren typischen Genre-Mix zum anderen wird ein Großteil der Songs durch gekonnte Tempo- und Soundwechsel zwischenzeitlich (ab und zu auch final) komplett vom ursprünglich beschrittenen Pfad abgebracht. In jedem Fall ist Shit City einen Trip wert.

1. Shit City
2. White Lines
3. Is It Over?
4. I Feel Sick
5. Seal The Perimeter
6. Freezing
7. BFD
8. Falling Down
9. Nightjar

Laufzeit: 44:09 min

Anspieltipps: I Feel Sick, Nightjar

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