Grandfather – On My Trackde en

Grandfather

Neo-Rock

Grandfather

On My Track

Thüringen ist nicht nur wegen des Stoned from the Underground Festivals deutschlandweit für seine stark ausgeprägte Undergroundrockszene bekannt. Erfurt, Jena und auch Weimar glänzen jeden Monat mit Top Konzerten sämtlicher Künstler.
Da verwundert es fast, dass kaum eine Band aus dem „grünen Herzen Deutschlands“ häufiger auf den „großen Bühnen“ anzutreffen ist.

Grandfather aus Jena wollen damit aufräumen – und das nicht gerade halbherzig.

On My Track lautet der Name des ersten Albums der Band. Das Werk ist schon mehrere Monate in digitaler Form zu haben. Ab Juli auch endlich auf Platte und CD.

Ab der ersten Sekunde bekommt man mit Made By Water einen Stonersong erster Güte ins Gesicht geblasen. Flott, tief und verzerrt, kombiniert mit jugendlicher Leichtigkeit. Out Of The Line ist eingängiger, aber düsterer und ein perfekter Übergang zu Mother Watch Your Children. Düsterer Gesang und Orgel in Kombination mit dem Titel verleihen dem Song absoluten Horrorfilm- und Doomcharakter.

Der Titelsong On My Track verzückt wiederrum mit hohem Tempo. Der klassische Gaspedalhit mit Tim Kaufmanns großartigem, erfrischendem Gesang in allen Lagen.
Und doch ist er nur die Vorlage für den Big Bang des Albums. Zugegebenermaßen ist es sehr schmeichelhaft, wenn eine Band namens Grandfather über Graveyard singt, aber das Ergebnis ist der Hammer! Ruhige Textpassagen kombiniert mit einer Wand an Refrain, die nicht nur Ohrwurm-, sondern auch Hitpotenzial hat, werden von einem Fußstampfsolo abgerundet. Wahnsinn!

Gefühlt hat man jetzt schon jegliche Genres abgedeckt. Bis Orbit Zero seine Metalgene rauslässt und die Glieder zum Zappeln bringt. Als klassisches Kontrastprogramm gibt es dazu Willow und Sparkle serviert, die durchaus als rockige Popsongs durchgehen können, aber deshalb keineswegs negativ zu betrachten sind. Was fehlt? Ahja, die Ballade. Hidden One, der Bonustrack also liefert auch das letzte, was man genremäßig an diesem Silberling vermissen könnte. Klassischer Wechselgesang zwischen Mann und Frau begleitet von Akustikgitarre, Chello und Klavier lassen das Album in Ruhe ausklingen.

Zugegebenermaßen braucht man einige Anläufe um so über das Album reden zu können. Anfangs fühlt man sich sehr überfordert mit den Genre- und Tempowechsel zwischen den einzelnen Songs. Später nimmt man sie als Virtuosität und Abwechslungsreichtum wahr. Das Album deckt fast alles ab, was einem an Undergroundrock gefällt und doch hat man zu keiner Zeit das Gefühl einzelne Abschnitte schon mal irgendwo gehört zu haben, denn Grandfather haben ihren eigenen Sound.
So schön der Abwechslungsreichtum auch sein mag, Fans einzelner Genres wie Stoner oder Doom werden mit dem Album nicht zwingend glücklich werden. Eher die, die gern über den Tellerrand schauen. Fakt ist, dass man den roten Faden durch die Titel vermisst. Der ist eher in der Zeitleiste versteckt, denn trotz 43 Minuten Laufzeit vergeht das Album wie im Flug. Naja, es gibt ja noch die Repeattaste.

Und bitte!

1. 
Made By Water
2
. Out Of The Line
3
. Mother Watch Your Children
4. 
On My Track
5
. Graveyard
6. 
Orbit Zero
7. Willow
8. 
Sparkle
9. (Hidden One)

Laufzeit: 43 min

Anspieltipps: On My Track, Made By Water, Mother Watch Your Children

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