Floodstain – Slave To The Self Feeding Machine

floodstain

Death-Doom-Dampfer aus Russland auf dem Weg in die Metal-Herzen.

Slave To The Self Feeding Machine

Floodstain

Zusätzlich zu The Grand Astoria kommt mit Floodstain eine weitere russische Band in den Review-Katalog. BadMoodMan Music eigentlich ein Dark/Gothic/Death-Metal-Label hat mit Floodstain eine (noch) sehr unbekannte Band gesigned die uns eine große Bandbreite an Genres in nur einem Album entgegen schlagen.

Gleich der Opener Deathproof setzt ein ordentliches Statement: Metal! Anders als beim gleichnamigen Tarantino gehts hier nicht etwa um Coolness oder Retroanspielungen. Hier gehts ohne Umschweife zur Sache und liefert uns Gebrüll, knallende Riffs und einen bombenden Refrain.
Auch mit Ice Pick Lobotomy wird volle Breitseite eine Mischung aus Death und Doom gespielt die jeden Metal-Freund glücklich machen wird. Mitnicken garantiert.
The Peace Within (verglichen zum Inhalt ein Paradoxon), ein schnell gespieltes Instrumental, dagegen enthält keinen Funken Doom mehr. Passend zum Label: Death Metal auf ganzer Linie. Dieser Titel und das (meiner Meinung nach unattraktive) Cover passen hier irgendwie am besten zusammen.

Das rockt zwar alles ordentlich, aber bis hierhin gibt es nichts was nicht schon hundertmal im Metal zu hören war. Hauptsächlich die Mischung aus Doom und Death macht das ganze dennoch interessant. Erst bei The Slumbering Titan Slayer (wat ein Titel!) wird ein Gang zurückgeschalten, woraus sich ein groovender Track mit Alternative/Southern-Feeling entwickelt. Auch das Gebrüll wird hier um einiges dezenter eingesetzt. Die Mischung aus treibenden Riffs, verspielten Instrumentalparts und einem Refrain mit Wiedererkennungswert machen diesen Titel zum besten des Albums. Dankenswerter Weise geht das Ding auch gleich über 7 Minuten. Was der Titeltrack nur versucht, schafft The Slumbering Titan Slayer an dieser Stelle.
Auch Crooked Teeth ist weit vom Deathmetal entfernt, wird aber im Refrain beinahe unfreiwillig zur Ballade des Albums, als sich die Vocals an melodischem Gesang versuchen.
Als Bonus gibts noch ein für mich unverständliches Zombie-Endzeit-Ambiente-Outro, welches bestens zur apokalytischen Grundstimmung von slave to the self feeding machine passt.

Wo andere Deathmetal-Bands sich gegenseitig die Köpfe einschlagen, weil sie ihren Stil im zehnten Studioalbum brechen, machen das Floodstain lieber gleich im zweiten Album. Leider wird sowohl der Doom oft nur kurz aufrechterhalten, als auch die Brutalität des Deathmetals nur sporadisch eingesetzt. Dieser Mix aus Metalrichtungen ist zwar durchaus spannend, bringt aber ein Gefühl von Unsicherheit und Zweifel daran, ob der Band-Stil schon ausgereift ist, beim Hörer mit sich. Erinnert neben dem Death streckenweise an Stone Sour, High on Fire, Alabama Thunderpussy, Bullet For My Valentine oder etwa Machine Head. Das ist einfach zu viel. Diese Selbstfindungs-Zweifel könnten die Russen aber sicher mit einem weiteren Album beseitigen, Potenzial finden wir hier nämlich definitiv!

1.Deathproof
2.Ice Pick Lobotomy
3.Slave To The Self Feeding Machine
4.The Peace Within
5.The Slumbering Titan Slayer
6.Crooked Teeth
7.Suicide Pep Rally
8.Suicide Bonus

Laufzeit: 37 Minuten

Anspieltipps: The Slumbering Titan Slayer, Ice Pick Lobotomy, Deathproof

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5.5

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