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King Buzzo – This Machine Kills Artists

Erst kurios, dann belanglos – der Melvins-Gitarrist und -Sänger mit seinem akustischen Soloalbum

This Machine Kills Artists

King Buzzo

Buzzo hat eine Soloplatte gemacht – nur er mit einer akustischen Gitarre. Das macht zunächst einmal neugierig. Denn der Gitarrist der Melvins hat nicht umsonst einen legendären Ruf und die Musikszene abseits des Mainstreams in den vergangenen Jahrzehnten entscheidend mitgeprägt. Ein Solo-Ausflug in akustische Gefilde muss also cool sein, oder?

Der erste Eindruck ist auch durchaus positiv. Buzzo schrummelt munter drauf los, der Sound ist klar, der Gesang mit viel Hall unterlegt. Dark Brown Teeth heißt der Einstieg und unter den sechzehn weiteren Stücken finden sich Titel wie Drunken Baby, How I Became Offensive und Useless King Of The Punks – Indizien dafür, dass der schräge, subtile Humor der Melvins auch hier den Ton angibt. Mehr als Indizien sind es aber nicht, denn der nicht nur verhallte, sondern auch mit weiteren Effekten bearbeitete Gesang ist vermutlich selbst für Muttersprachler kaum zu verstehen.

Und irgendwie im Laufe des Albums setzt dann die Ernüchterung ein: Die Songs klingen irgendwie alle gleich. Mag ja sein, dass Buzzo auch Melvins-Songs erst einmal akustisch spielt, aber das hier ist nicht das fehlende Glied, um den Schaffensprozess eines großen Künstlers besser verstehen zu können. Es plätschert einfach nur vor sich hin. Vermutlich ist irgendwo der große In-Joke versteckt – leider so gut, dass man ihn nicht findet.
Für eine Besprechung gibt man einer Platte deutlich mehr Zeit als sie im Alltag in der Regel bekommt, aber auch nach mehrmaligem Hören bleibt nichts hängen und kein Song bietet einen nennenswerten Wiederkennungswert. Wäre es nicht der große King Buzzo von den Melvins, wäre das Interesse schon viel früher verflogen.

Als MTV 1989 mit den Unplugged-Konzertmitschnitten begann, war das ein faszinierendes Konzept, dass eine Weile auch sehr gut funktionierte. Aber schnell fühlte sich jeder Popstar berufen, mit nachdenklichem Gesicht auf einem Barhocker sitzend eine akustische Gitarre zu malträtieren. Buzzo, um ätzende Kommentare nicht gerade verlegen, hat damals sicher öfter einen Würgereiz unterdrücken müssen. Vielleicht ist ja die ganze Platte der In-Joke. Aber vielleicht gerät das Ganze gerade mal wieder außer Kontrolle. Wer ist nach Buzzo, Wino, Mike Scheidt und Scott Kelly der nächste, den es zu einer Akustikexkursion drängt? Matt Pike?

Unhörbar ist This Machine Kills Artists sicher nicht, aber wenn man es durch das ganze Album geschafft hat, bleibt der vorherrschende Gedanke: „Was soll’s?“ Als EP oder eingestreut in die nächste Melvins-Platte hätten einige der Stücke sicher einen viel positiveren Eindruck hinterlassen, so wirkt das Album vor allem eintönig.

1. Dark Brown Teeth
2. Rough Democracy
3. Laid Back Walking
4. Drunken Baby
5. Vaulting Over a Microphone
6. New River
7. The Vulgar Joke
8. Everything’s Easy for You
9. The Ripping Driving
10. How I Became Offensive
11. Instrument of God
12. The Spoiled Brat
13. Illegal Mona
14. Good and Hostile
15. The Blithering Idiot
16. Useless King of the Punks
17. The Hesitation Twist

Laufzeit: 45 min

Anspieltipps: alle und keins

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