Knut – Wonder

Die Schweizer Band mit dem seltsamen Namen Knut ist vielleicht noch nicht jedem bekannt, aber mit Wonder liefern sie bereits das vierte Studioalbum in ihrer 16-jährigen Bandgeschichte ab. Das hübsche Cover-Artwork stammt von Aaron Turner. Einzuordnen sind die Genfer grob im Sludge/Mathcore/Metalcore Sektor.

Dementsprechend wuchtig startet die neue Platte mit einem Dampfhammer vom feinsten. Die ersten vier Tracks schrauben einem erstmal gekonnt den Schädel ab. Verdammt brutal, energiegeladen und mitten in die Fresse. Teilweise verpackt in wirren, teilweise schon nicht mehr nachvollziehbaren Songstrukturen mit viel dissonanten Akkorden. Aber genau dieser Stil brachte Knut schon Touren u.a. mit Isis und Napalm Death ein.

Erst bei Ultralight Backpacking kühlt sich die Aggression leicht ab. Die Gitarren werden etwas verspielter, im Mittelteil sogar für eine Minute sehr Drone-lastig.
Nach dem kurzen Zwischenstück Segue I wird sofort wieder aufs Gaspedal gedrückt. Zuerst mit dem verstörenden Fast Forward Bastards, danach mit dem knappen und hibbeligem Lemmings.

Ganz im Gegensatz dazu stehen die drei letzten Titel des Albums, hier wird Tempo weggenommen und mehr auf Atmosphäre gesetzt. Das wird vorallem deutlich, da jetzt alles auf instrumentale Songs beschränkt wird. Jetzt bestimmen größtenteils Doom, Metal, Drone und ein bisschen Psychedelic den Ton.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Knut keine Band für jedermann ist, aber auch nie sein wollte. Wer sich bis jetzt nur oberflächlich bis selten mit Sludge/Mathcore auseinandergesetzt hat, für den wird Knut vielleicht eine Ecke zu heftig sein. In dem Falle sollte man lieber mit den Genregrößen wie Baroness oder Mastodon vorlieb nehmen. Aber für diejenigen, die in dem Metier schon etwas weiter vorgedrungen sind, wird Wonder eine Bereicherung sein.

1. Leet
2. Damned Extroverts
3. Suckers
4. Calamity
5. Ultralight Backpacking
6. Segue I
7. Fast Forward Bastards
8. Lemmings
9. If We Can’t Fly There, We’ll Take The Boat
10. Segue II (nur auf CD)
11. Wonder/Daily Grind

Gesamtspielzeit: ca. 40 min

Anspieltipps: Leet, Calamity, Fast Forward Bastards, Wonder/Daily Grind

erschienen am 8.6.2010 auf Conspiracy Records

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