Muzzled – Reborn

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Italienischer Stonerneuling

Reborn

Muzzled

Neugeboren wird man nicht jeden Tag, doch neue Wege kann man jederzeit gehen. So ging es auch der Led Zeppelin-Coverband Maddogs, welche sich 2007 zu Muzzled umbenannte, um die Welten des Stonerrocks zu erkunden. Da der Weg aus der Luft in den Sand jedoch kein kleiner Sprung ist, erwieß sich Reborn jedoch zu einem perfekten Albumtitel für den Neuanfang.

Los geht es mit dem knapp zweiminütigen Barrett, welches man getrost als „Intro“ und Aufforderung, die Anlage aufzudrehen, sehen kann. Tolle Einleitung, welche die Vorfreude auf das Album steigert.

Zügig geht es mit Nice Times weiter, in dem man das erste mal Danieles rauen Stimmbändern lauschen darf. Eine absolute Hammerstimme, nicht sehr abwechslungsreich, aber verdammt gut! Verdammt gut ist auch der Song, auch wenn er, mal abgesehen von zwei tollen Soli, sehr simple Strukturen und Riffs aufweist, weiß er durchaus zu überzeugen. Das gleiche lässt sich auch über Song Nr. 2 Gimme More sagen, welcher deshalb, auch bei öfterem hören, untergeht.

Ein wenig Abwechslung bekommt man durch Crimson Circus Part 1. Dieser hat noch 2 Geschwister und belässt es, wie die anderen auch, auf reiner Akustik ohne Gesang. Das ganze kann man als sehr gelungenen Zwischeneinschub sehen, denn nach zwei Songs voller gröhlen und lauter Gitarren hat man den Regler schon wieder etwas nach links gedreht.

Es folgt mit Shiny Door ein weiterer, mittlerweile als „wohl typisch Muzzled?!“ zu bezeichnender Song, der zwar diesmal ohne Solo auskommt und halbwegs ruhige Strophen aufweisen kann, im Refrain jedoch direkt wieder an Lied 2 und 3 erinnert. Chains hingegen macht mal richtig Spaß und hat einen absoluten Abgeh-Refrain bei welchem man einfach mitsingen muss. Bei diesem Lied wären allerdings nunmal die lauten Strophen der vorhergehenden Songs angebracht gewesen, um den Song richtig gut werden zu lassen. Etwas enttäuscht dreht man den Regler weiter nach links.

Genau das findet man jedoch bei The Bronze Muse, welcher ein typischer Kopfnicksong ist und als erster einmal wirklich einen Hauch von Stoner preisgibt. Anlage wieder lauter. Ab der Hälfte gibt es dann ein knapp vierminütiges Solo welches einfach wunderschön ist und das Lied zum ersten wirklichen Highlight des Albums macht.

Während L.s.D. mit rollenden Augen abgetan wird, da es wieder klingt wie (fast) alle anderen, so trumpft A Waste of Time in den Strophen durch eine gigantische Stimme ala Chris Cornell und in den Refrains mit tollem gegröhle auf. Apropo Chris Cornell, auch instrumental erinnert das Stück in gewisser weise an Soundgarden.
Sad Sun und der dritte Teil von Crimson Circus fallen nicht weiter auf, bevor bekannte Töne aus den Boxen kommen. Die ehemalige Led Zeppelin Coverband gibt Gimme Shelter von den Rolling Stones zum besten. Einen Tick schneller, ein bischen härter und dadurch um so vieles schöner. Und obwohl man auch hier den Muzzledsound erkennt, hat der Song eine andere Struktur ist somit tatsächlich das beste Stück des Albums.

Zusammenfassend muss man sagen, dass diese Band ein unglaubliches Potenzial besitzt, dieses jedoch auf dem Album bei nur höchstens 4 Songs umsetzen kann. Der Rest ist leider immer absolut das selbe rauf- und runter-Gefiedel, welches zu Beginn noch Spaß macht, aber gegen Ende des Albums fast schon nervt. So verwundert es nicht, dass ausgerechnet ein Cover das Herzstück ist. Trotz allem darf man auf ein weiteres Album gespannt sein, denn wenn diese Band will, dann kann sie durchaus mehr als sie auf Reborn gezeigt hat.

1. Barett

2. Nice Times

3. Gimme More

4. Crimson Circus Part I

5. Shiny Door
6. Chains

7. The Bronze Muse

8. Crimson Circus Part II

9. L.s.D.
10. A Waste of Time
11. Sad Sun

12. Crimson Circus Part III

13. Gimme Shelter

Laufzeit: ca. 43 Min.

Anspieltipps: Nice Times, The Bronze Muse, Gimme Shelter

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