Orchid – Wizard of Warde en

Orchid - Wizard of War

doom in, doom out

Wizard of War

Orchid

Während sich der Lenz gerade von seiner schauderhaften Seite zeigt, bleibt einem nichts anderes übrig als sich in seine Höhle zurückzuziehen und diesem Wetterteufel mittels apokalyptischer Drohungen und okkulten Kräften den Garaus zu machen. Wie gut, dass für viele Bands die Frühlingszeit zugleich auch Releasezeit bedeutet, um uns bei diesem konstruktiven Unterfangen zu unterstützen. Orchid aus San Francisco sind so eine und „opfern“ hierfür ihr jüngstes Lamm Wizard of War.
Jenes dient jedoch als Aperitif zum eigentlichen Longplayer The Mouths of Madness, der Ende April auf Nuclear Blast erscheinen wird. Da aber zu langes Warten bekanntlich langweilig ist, kann man sich vorab mit der 10″ EP Wizard of War den Mund richtig wässrig machen.

Diesen Vorgeschmack bietet schon der Titeltrack: eröffnet mit dem klassischen Hammerschmied-Riff, folgt der prasselnde Doom Metal-Regen, der Pentagram-Herzen höher schlagen und Black Sabbath-Augen größer werden lässt. Für originelle Refrains waren Orchid immer schon auf der bequemen Seite, so lässt sich dieser leicht aus dem Songtitel zusammenreimen.
Mit Demon’s Eyes werden artige Orchid-Hörer keine Überraschung vorfinden, so befand sich der Track bereits auf einer Underground Halloween Compilation. Theo Mindells kraftvolle Stimme wirkt dramaturgisch, königlich… Gitarre und Bass rücken respektvoll zur Seite um ihrem Sangesmeister beim Frönen beizustehen, nur Schlagzeuger Carter Kennedy scheint mit seiner Keule das Drumset zu zerlegen und mit Mindell Hand in Hand den psychedelischen Dämon zu reanimieren.
Albatross stammt noch vom hochgelobten Debüt Capricorn und läutet auch hier das kosmische Ende der Platte ein. Ein ruhiges, episches Werk, das Dank Mindells erzählender Stimme wie ein meditativer Traum erscheint. Warten wir, bis die kalten Tage vorüber sind…

Stilistisch bietet Wizard of War ein abwechslungsreiches, großartiges Dreiergespann aus jüngeren und neuen Stücken, das gewollt doomig und hart beginnt, seine Referenzen zu ihren Meistern nie vergisst und nach und nach sanftere Töne offeriert. Freunde des 70er Jahre Doom Rock werden an dieser Band ohnehin nicht vorbeikommen, weder jetzt noch in Zukunft – und wer Orchids Live-Qualitäten bestaunen will, sollte ihre bevorstehende Tour mit Witchcraft keineswegs versäumen!

1. Wizard of War
2. Demon’s Eyes
3. Albatross

Laufzeit: 13,17 min

Anspieltipps: Trio infernale!
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