Pallbearer – Foundations Of Burdende en

 Pallbearer - Foundations Of Burden

and one day soon our sun will fade

Foundations Of Burden

Pallbearer

Den US-Doomsters Pallbearer standen offensichtlich herausfordernde Zeiten bevor, sofern man das Plattencover richtig zu deuten vermag.
Existenzsorgen und Erwartungsdruck zieren das schwere Bündel auf Buckel und Herz, die schließlich mit einem neuen Album Ausdruck gefunden haben. Und nachdem das Debüt Sorrow and Extinction 2012 bereits als Portal zur Vorhölle gedient hatte, werden nun mit Foundations of Burden sechs weitere Stufen zum existentiellen Fall oder doch zur endgültigen Erlösung gemeißelt.

Worlds Apart öffnet sich kompromisslos und dank seiner Riffmeister Brett Campbell und Devin Holt ohne ruhige Einleitung. Sänger und Gitarrist Brett mimt das Sprachrohr für Pathos, Trauer und Schmerz – weltliche Themen, die in jedem Stück präsent sind. Um der Einsamkeit entgegenzuwirken, folgen repetitive Choralgesänge und Mauern aus Bassriffs und schweren Schlagzeugakzenten. Die Kathedrale aus Dark Wave, Doom Metal und leichtem Gothic-Einschlag ist erbaut und fordert mit Dramatik und Melancholie ihr Tribut an den Rezipienten.

Foundations ist das Pendant zum Eröffnungstrack: hoffnungsträchtig, stimmig, melodiöser und auch Lord Campbells Vocals finden sonnige Spielgefährten. Wer die theatralische Schwere bereits vom Vorgängeralbum kennt, wird Pallbearers Hang zu langen Stücken nicht überraschen, derer Botschaften man erst dadurch gewahr wird.
In Anlehnung an ihre Klabautermann-Kollegen von Black Pyramid brettert der Beginn von Watcher in the Dark im vollen Karacho dahin, ehe die stilistische Wende spätestens bei der Hälfte des 10-minütigen, epischen Brockens eintritt: eine Requiem-Ballade mit wunderschön-traurigem Gitarrensolo, dezentem Klavier und einer durch Drums und Bass geschaffene schleppende Demut, deren Ekstase erst kurz vorm Ende abrupt eintritt.

Dem elegisch-schroffen The Ghost I used to be kann ich persönlich wenig abgewinnen, teilt es mein Interesse lediglich mit fast überhörbaren Hardcore-Shouts im Mittelteil und schließlich erst gegen Ende, als Instrumente und Gesang geistesabwesend ins Nirwana abdriften und einen psychedelischen Traum aus Ruhe und Trance spinnen. Diese Schönheit greift auch auf das verhältnismäßig kurze Ashes über, ein Interludium, das mit wohlig-warmem Keyboard und romantischer Atmosphäre den sensibelsten Nerv trifft, der durch das Leitmotiv des Albums bereits geprüft wurde.
Weitere 12 Minuten Höllenritt und Weltschmerz besiegeln das Schicksal des schlammschweren Vanished, das schließlich vor Erschöpfung und Glückseligkeit in sich zusammenbricht. Pallbearer scheinen Erlösung gefunden zu haben.

Foundations of Burden – ein melodiegespicktes und intuitives Album für Leidgeprüfte und Herbstschwärmer, aber auch für Metal-Bedürftige und für all die einsamen Könige in ihren Berghallen.

1. Worlds Apart
2. Foundations
3. Watcher in the Dark
4. The Ghost I used to be
5. Ashes
6. Vanished

Laufzeit: 55 min

Anspieltipps: Worlds Apart, Watcher in the Dark

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