Parasol Caravan / Cachimbo de Paz – Use The Fuzz (Split)

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Stoner-Treffen in der Alpenrepublik

Use The Fuzz

Parasol Caravan / Cachimbo de Paz

Zwei Bands mit Ursprung im oberösterreichischen Linz haben sich auf dieser Split zusammengefunden, um den aufbegehrenden Ruf der Alpennation in Sachen Stonerrock würdig in die weite Welt hinauszutragen. Nachdem vorallem Bands wie Been Obscene und die Sahara Surfers ihren Stempel in der europäischen Szene hinterlassen haben, wird es nun Zeit zwei weiteren aufstrebenden Bands Gehör zu schenken. Die erste Hälfte der Split-CD gehört einer Band, die mich schon beim Mushroom Jam 2011 überzeugt hat:

Parasol Caravan

Nach ihrer Demo, die vorallem durch Heavy Rock mit Southern-Feeling und feinen Stoner anleihen geglänzt hat, bekommen wir nun 4 neue Songs zu hören. Und man bemerkt einen kleinen, aber feinen Stilwechsel beim neuen Material. Die erste Nummer (Barbers Snake) könnte zwar genauso auf der Demo gewesen sein, aber die anderen Songs weisen die Richtung weg vom Party-Heavy-Rock der Marke Black Stone Cherry, hin zu einer viel deutlicheren Verschmelzung mit dem dreckigen Wüstenstaub des Stonerrock. Zwar wird auch noch gerne mit ruhigen, akustischen und Psychedelic-Elementen experimentiert (Psychotic Fever), aber vorallem bei den Gitarren hört man die Anlehnung an die Größen der Stonerszene. Die Rhythmussektion treibt wie schon bei den älteren Songs groovy und relaxt, manchmal auch voller Power nach vorn. Das die Band in Sachen Songwriting gewachsen ist, hört man vorallem an dem grandiosen Gespür für griffige Melodien (Chinese Eyes). Die rauchige, whiskeygetränkte Stimme vermittelt ein herrliches Flair und weiß sowohl die dreckigen Desertrockklänge, als auch den südstaatlichen Heavy-Rock perfekt zu vermitteln. Technisch hervorragende Soli und Melodieläufe setzen dem ganze die Krone auf. Zwar ähneln sich alle Songs leicht, aber das ist dann doch leicht zu verschmerzen und unter dem Motto „Wiedererkennungswert“ zu verbuchen.

Cachimbo de Paz

Der Beitrag von Cachimbo de Paz an dieser Split unterscheidet sich ziemlich von dem der Pilz-Karawane. Die Gitarren haben eine ordentliche Portion Fuzz abbekommen, der Gesang wirkt ziemlich von diversen Rauch-Kräutern beeinflußt. Mal bedrohlich langsam, dann heißer und finster, aber stets passend zur Stimmung. Diese ist insgesamt etwas bedrückender, durch das gedrosselte Tempo manchmal doomig (Lady), aber auch aufgedreht (Coyotes On Peyote). Der Wechsel zwischen den Stilrichtungen Stonerrock, Doom und einem Hauch Psychedelic geschieht meist fließend, manchmal aber auch überraschend. Auf jeden Fall wissen Cachimbo de Paz durch eine Menge Abwechslungsreichtum zu überzeugen. Genau wie auch bei Parasol Caravan krachen die Songs ordentlich rein und sind nicht gerade für Blümchen-Hippis ausgelegt. Die Nackenmuskeln werden ordentlich beansprucht, was vorallem durch die tighten Basslinien und die drückenden Schlagzeugbeats erreicht wird. Noch klingen sie etwas ungeschliffen, haben aber das Potential eines Rohdiamanten!

Fazit:

Mal abgesehen von dem wunderbaren Arwork unseres Lieblingskünstlers Johan Jaccob, haben sich hier Zwei Bands gefunden, die ihr Handwerk verstehen! Jede auf ihre ganz eigene Art, ergänzen sie sich hervorragend auf dieser Split-Scheibe. Wer sich vollends überzeugen lassen will, sollte auf jeden Fall mal eine (oder besser beide) Bands live sehen! Es kann festgehalten werden, das unsere südlichen Nachbarn ziemlich dicke Eier in Sachen Stonerrock präsentieren und Hoffnung auf mehr machen! Am Ende eine einfache Rechnug: Zwei Bands…eine Platte = verdammt viel Spaß!

CD ist zu haben bei:

Kozmik Artifactz
Ozium Records.
Cachimbo De Paz – Homepage.
Parasol Caravan – Facebook Page

Parasol Caravan:
1. The Barbers Snake
2. Psychotic Fever
3. Big Kahuna
4. Chinese Eyes

Cachimbo De Paz:
5. Stare Into The Sun
6. Cachimbo
7. Lady
8. Coyotes On Peyote

Laufzeit: 45:21 (21:34/23:47)

Anspieltipps: Psychotic Fever, Chinese Eyes / Lady, Coyotes On Peyote

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