Spaceship Landing – Spaceship Landingde en

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expistonergetisch!

Spaceship Landing

Spaceship Landing

Es sollten große Jahre für die Oldenburger von Spaceship Landing werden. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum hatte mit seinem vertraut-spacigen und zugleich eigenwilligen Sound für Lob und Jubelschreie gesorgt und Auftritte im Stoner-Mekka wie Roadburn und Stoned from the Unterground prägten ihre Live-Historie. Doch dann kam die Auflösung und Deutschlands Stoner-Szene war um eine Bereicherung magerer.

Einige Jahre später – 2012 – bescheren uns die Spacerocker ein Re-Release-Trostpflaster, das im komplett neuen Glanz strahlt. Remastered und rein analog aufgenommen pocht es wie zu „alten“ Zeiten und wälzt sich in neuer Soundpolitur.

8tel-Ride macht den Beginn, zeigt fortan die spacig-fuzzige Seite der Band und wabert erquickend im waghalsigen Achtelritt, während sich der Gesang – so wie bei allen anderen Stücken – eher im Hintergrund hält. Als fast schon poppigen Ohrwurm könnte man diesen harten Brocken deklarieren, der für viele Liebhaber des altgebackenen Heavy-Stoners eine wahrliche Hymne repräsentiert.

Als allgegenwärtigen Liebling könnte man Guitar s.m aufs Podest stellen. Dieser Track bildet ein 10-minütiges, orgel-geschwängertes Psychedelic-Spektakel mit großem 70er-Einschlag, der sich ohne Drang und Eile ausbreitet und sich in voller Schönheit entfaltet. Zusätzlich eingängige, groovende Basslines und ab und an schnelle Parts machen den Song zum Meisterwerk des Albums.

Für Kyuss-Kenner und Könner dürfte die Saxophon-Melodie bei Still Hanging nicht fremd sein, viele erleben hier einen großen Aha-Effekt und vollkommene Befriedigung. Der Fortlauf des Songs baut sich zu einer orientalischen Jamsitzung auf, geschmückt und gespickt von Orgelspielereien, vielen Wah-Wahs und vorantreibendem Schlagzeug. Melodien und Abwechslung in Klang und Aufbau sorgen für Eintauchen in Raum und Zeit.
Für den nächsten Kyuss-Schub sorgt das mit seinen 6 Minuten direkt kurze Black Taxi, das kurz nach Beginn einen – sowohl instrumental als auch gesanglich – schönen doomlastigen Weg einschlägt. Spätestens hier findet das Headgebange mit einem teils weinenden und teils lachenden Auge seinen Höhepunkt und die Tatsache über den Verlust einer so guten und talentierten Band wird immer mehr zur bitteren Realität.

1x im Prinzip und Erics Mum sind wieder altertümliche Klassiker, legen den Gevatter Doom der Vorreiter beiseite und widmen sich wieder dem anfänglichen Stoner-Stil. Wuchtig und intensiv.

2006 war‘s schon ein grandioses Werk und jetzt auch noch. Vielleicht noch grandioser, wenn man in Nostalgie schwelgt. Spaceship Landing haben hier ein unfuzzbar gutes Album ans Tageslicht gebracht, mit frechen aber bewussten Kyuss-Anlehnungen ohne auf Eineiigkeit aus zu sein und schaffen es nach all den unzähligen Wüstenbands, tatsächlich unkomplizierten, archaischen Stoner Rock zu schaffen, der doch gerade in den letzten Jahren so viele Ableger gleichklingender Gruppierungen hervorbrachte.
Furchtbar schade, dass das Ende dieser Band viel zu früh einbrach, mit dieser Platte haben sie sich jeden erdenklichen Respekt und jede Anerkennung verdient.

Tracklist:

1. 8tel-Ride
2. No Punk
3. Orbit AG
4. Why don’t we do it on the Roof
5. Fresh
6. Guitar s.m.
7. Still hanging
8. Black Taxi
9. Lowland Depressions
10. 1x im Prinzip
11. Erics Mum

Laufzeit: ca. 79 Min.

Anspieltipps: 8tel-Ride, Black Taxi, Erics Mum

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