The Freeks – Full On
Album Review & Interview
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Freeks Full On Album Cover

Die Freeks haben ein zweites Album veröffentlicht. Die Band um Ruben Romano (ex-Fu-Manchu, ex-Nebula), ursprünglich mehr ein Projekt, hat jetzt ein festes Line up und präsentiert sich auf Full On voll Energie. Ruben Romano im Interview über die Entstehung des Albums.

Full On

The Freeks

Ruben Romano hat schon zwei Runden im Rock-Karussell hinter sich, erst als Schlagzeuger von Fu Manchu, dann mit Nebula. Bei letzterer Band stieg er 2007 aus und ließ es etwas ruhiger angehen. 2009 veröffentlichte er dann das erste Freeks-Album, gespickt mit – zumindest in der Szene – namhaften Gastmusikern: Jack Endino, John McBain (Monster Magnet), Scott Reeder (Kyuss), Isaiah Mitchell (Earthless), Lorenzo Woodrose (Baby Woodrose) und Bernie Worell (Parliament, Funkadelic, Talking Heads). Für das Nachfolgealbum Full On ließ sich Romano vier Jahre Zeit und es wurde mehr ein Bandalbum als ein Projekt. Das Line-Up heute besteht aus Romano (Gitarre und Gesang), Jonathan Hall (Gitarre und Gesang, ex-Backbiter and –Angry-Samoans), Tom Davies (Bass, Gesang, ex-Nebula), Esteban Chavez (Keyboards) und Hari Hassin (Schlagzeug, ex-Roadsaw).

Die Unterschiede der Albumproduktionen erklärt Romano so: „Total gegensätzliche Ansätze. Für das erste Album wollte ich etwas völlig anderes probieren. Also traf ich mich mit John McBain in dem Studio von Scott Reeder und wir begannen aufzunehmen. Wir experimentierten dann noch mit einem tragbaren Aufnahmegerät und hatten ein paar Mitternachtssessions. Am Ende hatten wir einige Songs mit einigen Songideen dazwischen. Die haben wir als Dateien an die anderen geschickt, und die hatten alle Freiheiten, damit zu machen, was sie wollten.

Für die Aufnahmen von Full On kam dagegen eine richtige Live-Band in Reeders Studio. Wir bauten unsere Anlage auf, stellten die Aufnahmepegel ein, stimmten unsere Instrumente und los ging’s. Full On ist eigentlich ein Live-Album, denn alle Songs sind in einem Take eingespielt worden. Einmal haben wir einen Song noch einmal aufgenommen, um dann doch die erste Fassung zu nehmen. Wir sind sehr stolz, dass das so auf Anhieb geklappt hat. Wir gingen Full On an diese Sache ran und haben Full On bekommen.“

Eine Einschätzung, die man nur unterstreichen kann. Full On strotzt nur so vor Energie. Neben einem Intro und Outro gibt es acht Songs, überwiegend geradeaus gespielte Rocker wie Big Black Chunk und On A Whim. Aber auch die Stücke, die das Tempo etwas zurücknehmen und mehr auf Melodien setzen, sind kompakter und strukturierter als die Songs auf dem Debüt. Besonders The Secret Pathway hat Ohrwurmqualitäten ohne dabei zu glatt zu wirken. Vitamin D ist mit fast acht Minuten die längste Nummer und auch recht eingängig, aber gleichzeitig auch sehr spacig.

Ruben Romano ist heute ein Teilzeitmusiker, der jobbt und sich um seine Tochter kümmert: „Mein Vater war ein wichtiger Teil meines Lebens. Wäre er nicht gewesen, hätte ich nie mit dem Schlagzeugspielen angefangen. Also möchte ich sehen, wie ich meinem Kind helfen kann, ihren Weg zu finden.“

Ohne Plattenvertrag ging Romano das zweite Album im Do-It-Yourself-Verfahren – per Crowdfunding. Über eine Kickstarter-Kampagne sammelte er Geld für die Aufnahmen: „Das erforderte einige Arbeit und die Fähigkeit mit Stress umzugehen. Als wir die Summe wirklich zusammen hatten, ging die Arbeit richtig los. Ich musste jede einzelne Bestellung selbst einpacken und verschicken – aber es hat mich stolz gemacht.“

Das Album kam bereits im vergangenen Jahr raus. Macht das Internet es einfacher, so ein selbstfinanziertes Projekt zu promoten? „Ja, es ist einfacher, etwas herauszubringen und bemerkt zu werden. Allerdings kann jeder machen und dadurch ist auch weniger wert. Man muss es so machen, dass es für einen selbst sinnvoll ist.”

Ist das Line-Up, das die zweite Platte aufgenommen hat, ein längerfristiges Projekt und wird die Band auf Tour gehen? „Ja. Es hat zwar drei Jahre gedauert und glücklicherweise ist Hari zurück nach Los Angeles gezogen. Wir haben die Band bereits geplant, als er noch in Boston lebte. Mit Jonathan habe ich schon zu Fu-Manchu-Zeiten, als wir zusammen mit The Obessed und seiner Band Backbiter Shows gespielt haben, darüber geredet, eines Tages zusammen in einer Band zu spielen. Das war zwar immer, wenn wir betrunken und high waren, aber ich versuche, mein Wort zu halten. Wir wollen touren, aber diese ganze Branche hat sich geändert, keiner von uns ist Millionär und es gibt keinen Tour-Support von einer Plattenfirma. Aber ich bin guter Dinge, dass wir bald unterwegs sind. Ich spiele vermutlich auch als zweiter Gitarrist auf einer kurzen Tour mit Snail. Ich hoffe, das klappt.”

Ob eine Europa-Tour auch mit drin ist, wird sich zeigen. Schön wäre es, denn die Live-Atmosphäre des Albums lässt auf druckvolle Shows hoffen.

1. Before 1:15 min
2. Big Black Chunk 3:09 min
3. Weirdness 3:04 min
4. The Secret Pathway 4:19 min
5. Splitting Atoms 3:08 min
6. On a Whim 2:49 min
7. Fast and Black 4:13 min
8. Vitamin D 7:50 min
9. Bitchin‘ 2:54 min
10. After 1:09 min

Laufzeit: 34 min

Anspieltipps: On A Whim, The Secret Pathway, Big Black Chunk
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