Vic du Monte´s Persona Non Grata – Barons & Bankers

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Rock ’n‘ Roll vom feinsten

Barons & Bankers

Vic du Monte´s Persona Non Grata

Im Genre des Stonerrocks muss man sich, trotz des immer größer werdenden Spektrums, wohl immer wieder an einer Band messen lassen – Kyuss. Noch schlimmer wird das Ganze, wenn man Gründer von Sons of Kyuss oder ehemaliger Kyuss- und QotSA-Schlagzeuger ist. Automatisch steigt die Erwartung in unermessliche Höhen. Doch Vic du Monte aka Chris Cockrell und Alfredo Hernandez gehen zusammen mit James Childs und Dylan Roche andere Wege und machen schlicht und ergreifend KEINEN Stonerrock. Leider wollte das Projekt der „unerwünschten Person“ auf den zwei ersten Alben noch nicht wirklich fruchten, doch was die Jungs mit ihrem dritten Silberling geschaffen haben ist, vorab schonmal, einfach geil!

Mit einem lauten „Hey“ und einem lässigem geklampfe leitet Cockblocker das Album ein. Ein wunderschöner Zweiminüter bei dem Vic seine rauchig-süffige Stimme direkt zum besten gibt und welcher leider viel zu schnell vorbei ist. Bereits nach wenigen Sekunden wackeln Kopf und Gebein zu diesem lässig-rotzigem Song, der einfach ins Ohr geht und auch dort bleibt. Direkt beim zweiten hören wird mit angestimmt und fröhlich mitgenickt. Ein klassicher frecher Rocksong, bei dem der Finger nicht von der Repeattaste will – so soll es sein, so kann es weitergehen.
Raising to the Ground setzt das sehr schön fort, auch wenn es hier einen Tick entspannter und ruhiger zugeht. Trotz allem schafft es Vic zu dieser relativ entspannten Melodie seine raue Stimme perfekt einzusetzen.

Nur drei Mal wird auf diesem Album die 3 Minutenmarke geknackt, dass Spricht durchaus für die Knackigkeit der Songs. Mit 3:08 Minuten ist Never Home einer dieser und dazu fast sinnbildlich für das ganze Album. Ruhige treibende Gitarren im Hintergrund, Vics tolle Stimme, dieser Song versprüht einen gigantischen Flair, eine gewisse Leichtigkeit, die einem einfach ein Grinsen ins Gesicht zaubert. Zum Schluss wird noch die Orgel und ein Solo, welches irgendwie an einen Ausschnitt aus „Dont Fear the Reaper“ erinnert zum besten gegeben.

Der Titeltrack Barons and Bankers ist ein trockener Rocksong. Trocken? Ja, doch, hier hört man dann doch mal ein wenig Stoner heraus, aber toll abgewandelt, mit dieser gigantischen Stimme und Piano im Hintergrund.

Chief Running Seams bringt ihn dann wieder, diesen gigantischen Flair. Irgendwie ist es dieses „London Calling“ Gefühl. Freiheit, Lässigkeit – Die Welt ist in bester Ordnung. Und dann diese Zeile: „Golden waves cascading under my skin from my toes to the treetop.“ Sie zwingt einen quasi zum mitsingen. Toller Song, der gegen Ende im „Freidrehen“ der Band endet. Nach diesem „Freidrehen“ wird man mit der Ruhe von Truth and Consequences belohnt. Auch hier muss man einfach wieder diese gigantische Stimmenvielfalt betonen. Der Mann, der da eben noch rumgröhlte schafft es nun eine absolut sanfte und wohltuhende Stimme ins Ohr zu bringen, dass man sich wirklich hinterfragen muss, ob das der gleiche Sänger ist. Gut, im Refrain ist der Gesang dann doch etwas taktlos, was man hier aber als durchaus beabsichtigt abstempeln kann und was der Atmosphäre irgendwie gut tut. Begleitet wird das von einer Akustikgitarre, dem Piano und einem wunderschönen Mundharmonikasolo.

Aber genug des Ganzen. Los gehts mit dem extrem punkigen Wog Box. Dieses Lied hätte genauso aus den Händen der Ramones entspringen können. Und wenn es eine Ramones-Coverband geben sollte, Vic wäre auch hier der perfekte Sänger, stellenweise denkt man Joey Ramone würde dort ins Mikro spucken.

Running to the Moon ist ein herrlich entspannender Song, der durch sein Piano zum träumen einläd und trotzdem, wie eigentlich alle Songs durch seinen groove zum Fußwippen einläd. Als versteckten Song soll man ihn auch auf deutsch wiederfinden können, ich konnte ihn jedoch bisher nicht ausfindig machen. Auch Vanished from the Scene ist eher ruhig angesiedelt und weiß durch die Orgel und Akustikgitarre durchaus zu überzeugen. Invisible fällt als normaler Kopfwackler bis auf die Trompete und die Mundharmonika nicht weiter auf bevor mit Man Trap das Album noch einmal auf anfängliches Niveau zurückgreift. Noch einmal sind sämtliche Knochen in Bewegung, noch ein letztes mal abgehen bevor das Album leider schon zu ende ist.

Nach kleinen Startschwierigkeiten scheint die „Persona Non Grata“ dort angekommen zu sein, wo sie hinwollte. Voll gegen alle Erwartungen und trotzdem absolut mitreißend. Dieses Album ist tanzbar, mitsingbar und verleitet ausserdem zum Dauerwippen mit Kopf und Fuß. Und irgendwie bekommt man in diesen 32 Minuten einfach nicht sein Grinsen aus dem Gesicht. Und da ist der Knackpunkt, 32 Minuten sind doch etwas Mager für einen Silberling, hier hätten ruhig noch 2 Songs draufgepasst oder ein Kracher wie Cockblocker hätte ruhig noch auf 4 Minuten ausgebaut werden können.

Wer dieses facettenreiche Album näher kennenlernen möchte, dem sei auch www.baronsandbankers.com ans Herz gelegt. Hier kann man das komplette Album hören und bekommt sogar noch alle Songtexte obendrauf. Wem das gefällt, dem rate ich hiermit absolut zum Kauf!

1. Cockblocker
2. Raising To The Ground
3. Never Home
4. Barons And Bankers
5. Chief Running Seams
6. Truth And Consequences
7. Wog Box
8. Running To The Moon
9. Vanished From The Scene
10. Invisible
11. Man Trip

Laufzeit: ca. 32 Min.

Anspieltipps: Cockblocker, Never Home, Wog Box, Running to the Moon

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