Wino & Conny Ochs – Heavy Kingdom

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Lagerfeuerfeeling mit Wino & Conny Ochs

Heavy Kingdom

Wino & Conny Ochs

Zwei akustische Gitarren, zwei verschiedene männliche Stimmlagen, zwei geniale Musiker die sich hier zusammen gefunden haben. Der Eine (Robert Scott Wino Weinrich), eine Legende im Underground Heavy Rock, der sich bei Bands wie The Obsessed, Saint Vitus, Spirit Caravan und den beiden Superbands
(Zusammenschluss verschiedener Musiker einflussreicher Bands) Probot und Shrinebuilder, genug Status und Anerkennung erspielt hat, um sich, mit seinen mittlerweile 50 Jahren, zur Ruhe setzen zu können. Der Andere (Conny Ochs), ein junger Musiker und Künstler aus Halle/Saale, der letztes Jahr mit seinem Soloalbum Raw Love Songs das erste Mal als Singer-Songwriter auf sich aufmerksam machte. Diese beiden Charaktere haben nun also ein Album zusammen aufgenommen und das hat sich definitiv gelohnt.

Wie Wino schon mit seinem Album Adrift bewiesen hat, hat er die akustische Gitarre für sich wiederentdeckt, doch was dabei noch gefehlt hatte, hat er jetzt mit Conny Ochs gefunden: einen jüngeren Co-Partner, der sich hier in ähnlicher Weise verwirklicht, wie er das schon bei Raw Love Songs gemacht hat. Er bringt Wino, der mit seiner tiefen Johnny Cash ähnlichen Stimme schon eine wunderbare Atmosphäre schafft, das letzte Quäntchen Melodie und Sänfte in die Songs. Genauso ist es aber auch andersrum; Wino verschafft Conny Ochs die letzte Männlichkeit und Melancholie die ihm noch gefehlt hat. Die fast zu 100 Prozent akustischen und nur auf Gitarren und Gesang aufbauenden Songs, gehen runter wie Öl. Das Zusammenspiel der beiden ist unglaublich – man könnte meinen, sie würden schon seit Jahren zusammen jammen. Hier einen wirklichen Anspieltipp zu finden, ist auch extrem schwer, doch absolut empfehlenswert ist der Track Vultures by the Vines, der auch der einzige Song ist, bei dem eine E-Gitarre zum Einsatz kommt. Herausragend bei Heavy Kingdom ist vor allem auch das Songwriting, sowohl musikalisch als auch textlich gesehen – es besticht mit Melancholie und wirkt dabei doch wieder aufbauend.

In Anbetracht der letzten Soloprojekte der beiden ist Heavy Kingdom das logische Produkt dieser Kollaboration. Der König und sein etwaiger Thronfolger haben hiermit ihr ganz persönliches Heavy Kingdom erschaffen und es begeistert auf seine ganz eigene Weise. Hier kann man keine mitreißenden Soli erwarten, hier ergibt sich nur eine wunderbare Lagerfeuerstimmung, die vom ersten bis zum letzten Song aufrechterhalten wird und die Zeit stillstehen lässt. Am besten laut aufdrehen, einen guten Wein aufmachen, eine Zigarre anzünden, auf die Couch legen und einfach nur genießen.

1. Somewhere Nowhere
2. Heavy Kingdom
3. Dust
4. Vultures By The Vines
5. Dark Ravine
6. Traces Of Blood
7. Heavy Kingdom Jam
8. Highway Kind
9. Dead Yesterday
10. Here Comes The Siren
11. Labour Of Love

Laufzeit: 39 min

Anspieltipps: Vultures by the Vines, Somewhere Nowhere

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