Interview mit David Kopsch von Rockzilla

Viel interessantes rund um das Burning Earth Festival gibt es hier im Interview mit dem Mann zu lesen, ohne den das alles gar nicht möglich gewesen wäre: David Kopsch, Initiator des Festivals und Kopf von Rockzilla!

Kevin: Erstmal allgemein zu dir, du bist mit deinem Veranstaltungsservice „Rockzilla“ selbstständig. Wie kam es dazu?
Hast du Angestellte oder machst du alles im Alleingang? Und was hast du vorher gemacht?

David: Direkt nach der Schule habe ich als Postbote in meiner Heimat in Cottbus gearbeitet, was auch Spaß gemacht hat. Dennoch habe ich gemerkt, dass es nicht das war was ich mein lebenlang machen wollte. Da es mich schon immer interessiert hat wie die Logistik und wie es hinter den Kulissen bei Veranstaltungen, im Speziellen bei Konzerten, abläuft, habe ich mich dazu entschlossen noch einmal etwas Neues zu wagen und in Berlin Veranstaltungskaufmann zu lernen. Nach meiner Lehre habe ich für eine Veranstaltungs-Agentur gearbeitet, die unter anderem beim Rock am Ring, Hurricane, Highfield und Melt Festival tätig ist. Das war auch alles richtig dolle interessant und ich konnte mir eine Menge Wissen im Eventmangement aneignen, aber die Größe der Festivals und die Geldgeilheit von vielen Leuten war und ist mir zu un-Rock ’n‘ Roll. So habe ich mich entschlossen mir eher etwas familiäreres zu suchen und in der Heavy Rock-Szene auch gefunden. Da ich persönlich auch das Bedürfniss habe gute Musiker zu fördern, aber mir nur schwer etwas von anderen sagen lassen kann, war die logische Konsequenz Anfang 2010: Selbstständigkeit. Hier kann ich meine Ideen verwirklichen und meinen Anspruch an Qualität und Individualität durchsetzen. Angstellte habe ich bisher nicht, aber ein Netzwerk von vielen netten Leuten, die mich immer wieder tatkräftig unterstützen.


„Ein weiterer Grund ist, dass man ja in Deutschland etwas machen muss um nicht als faul abgestempelt zu werden“


Kevin: Also, da es die erste Auflage vom Burning Earth Festival war, wie bist du darauf gekommen so ein doch recht gut bestücktes Festival zu veranstalten?

David: Wie ich schon sagte, möchte ich geile Bands fördern und das geht nicht wenn ich zwei oder drei gute Bands spielen lasse, die aber leider noch keiner kennt. Dann kommen auch nur 40 oder 50 Kozertbesucher. Also brauchst du eine Band mit einen Namen in der Szene, um die Newcomer Bands pushen zu können. Grundsätzlich veranstalte ich auch immer nur Shows auf die ich selber Bock habe und hingehen würde. Natürlich gibt es auch ein wirtschaftlichen Grund warum ich das mache: Die Logistik ist an sich die Gleiche, ob ich nun 2, 6 oder 10 Bands habe – nur eben von allem ein bisschen mehr. Ein weiterer Grund ist, dass man ja in Deutschland etwas machen muss um nicht als faul abgestempelt zu werden.

Kevin: Unter welchen Gesichtspunkten hast du die Location ausgewählt?

David: Der Festsaal Kreuzberg ist in der Berliner Szene eigentlich der beste Club für solche Shows. Zudem ist der Festsaal Kreuzberg auch bei den Leuten gut bekannt. Und wie ich finde versprüht er einen gewissen Scharm, der einfach zum Flair des Festival passt.


„Ich hatte halt Bock auf OG und für eine Show in Deutschland wurde es einfach mal wieder Zeit“


Kevin: Mit Orange Goblin habt ihr einen Super-Headliner, der zudem noch den einzigen Deutschland Gig dieses Jahr bei euch absolvierte! War es schwer sie zu bekommen? Warum fiel die Wahl auf OG?

David: Warum Orange Goblin? Ich hatte halt Bock auf OG und für eine Show in Deutschland wurde es einfach mal wieder Zeit. So einfach war’s. Es war auch nicht schwer OG für das Festival zu begeistern. Ich habe bei der Booking Agentur angefragt. Die wiederum haben bei der Band nachgefragt, ob sie Lust auf die Show haben, danach Gage aushandeln und den Rest habe ich direkt mit Ben Ward von OG geklärt. Dit war es dann auch schon. Eigentlich ganz easy.

Kevin: Trotz des Headliners und 5 weiterer klasse Bands habt ihr die Preise mit 18€ im VVK recht moderat gehalten.
Wie war das möglich? Lohnt sich das noch finanziell?

David: Reich werde ich da von nicht. Meine Philosophie ist aber, dass sich möglichst jeder so einen Abend leisten kann. Aber die Kosten sollen natürlich schon gedeckt werden. Und wenn dann noch ein paar Euro übrig bleiben, um meiner Freundin ein Ostergeschenk zu kaufen oder mir einen Döner um die Ecke bin ich schon glücklich.


„Das Wichtigste ist eine gute Planung im Vorfeld“


Kevin: Die ganze Organisation verlief recht reibungslos, hattet ihr ein erfahrenes Team?

David: Eigentlich nicht, aber wenn sich alle gut verstehen, sich aufeinander verlassen können und die Aufgaben klar verteilt sind, dann klappt das schon. Das Wichtigste ist eine gute Planung im Vorfeld. Wir hatten aber auch glücklicherweise keinerlei technische Probleme usw. Auf so etwas kann man sich halt immer schwer einstellen.

Kevin: Wieviele Leute waren an dem Abend da?

David: Es waren ca. 420 Gäste plus 20 Leute vom ROCKZILLA-Team.


„Das Burning Earth Festival wird wieder stattfinden“


Kevin: Wie empfandest du das Festival selbst? Wie waren die Stimmung, die Bands und das ganze drumherum? Was haben die Zuschauer gesagt?

David: Die Gäste waren durchweg sehr zufrieden – wie ich persönlich auch. Die Stimmung empfand ich als sehr entspannt beim Publikum wie auch unter den Bands. Also im Großen und Ganzen eine geiler gelungener Abend mit guter Musik. Ich wäre gerne selber nur im Publikum gewesen und hätte den Abend genossen.
Was ich auch hier noch einmal loswerden muss ist ein großes Lob an das Publikum, nicht nur an das vom Burning Earth auch beim SFTU oder bei Konzerten in ganz Deutschland. Hier gibt es nie Probleme mit dem Publikum. Das ist einer der Gründe warum ich diese Szene so liebe.

Kevin: Habt ihr schon Pläne fürs nächste Jahr? Wird das Festival wieder stattfinden? Welche Bands sind geplant? Bleibt die Location?

David: Das Burning Earth Festival wird wieder stattfinden, vielleicht auch über zwei Tage. Ich gehe davon aus, dass es auch wieder im Festsaal Kreuzberg stattfinden wird. Fest geplant sind noch keine Bands, kann mir aber gut Clutch oder Witchcraft vorstellen. Richtig dolle Lust hätte ich ja auch auf Pentagram. Einen Platz hätte ich ja auch immer für Karma To Burn, Stinking Lizaveta oder Truckfighters übrig. Vielleicht werden es ja auch meine guten Freunde von Sungrazer. Wer weiß… Ich werde schauen wer gerade so auf Tour ist und was das liebe Geld zulässt. Aber auf jeden Fall ein paar klasse Newcomer Acts. Auf www.rock-zilla.de werde ich die Bands bekannt geben, sobald ich etwas vermelden kann.