Interview: Luna Negra – SftU 2010

Ich darf euch nun das Interview mit Luna Negra präsentieren, das ich im Schatten des Backstagebereichs mit Unterstützung von Tim am Aufnahmegerät führen durfte.

Kevin: Um euch den Leuten in unserem Forum erstmal etwas näher zu bringen, würde ich euch bitten, euch erstmal vorzustellen

Robert: Also wir bestehen aus Chris (Bass), mir…Robert (Rhythm Guitar), Daniel (Lead Guitar) und Greg (Drums).

Kevin: Und wie lange kennt ihr euch schon?

Robert: Wir spielen seit sechs Jahren zusammen aber wir kennen uns schon ungefähr 15 Jahre.

Kevin: Spielt ihr auch schon immer in der selben Konstellation, oder hat sich euer Line-Up im Laufe der Zeit geändert?

Robert: Wir haben vor vier Jahren unseren Drummer ausgetauscht, Greg ist aber der Beste. (lächelt zu Greg rüber)

Kevin: Was hat euch dazu bewegt gemeinsam Musik zu machen, was waren eure Haupteinflüße?

Robert: Natürlich war ein Grund, dass wir so ziemlich die gleiche Musik hörten, Sachen wie Jimi Hendrix und The Doors. Bis wir dann Bands wie Kyuss und Fu Manchu entdeckten. Space- und Psychedelic-Rock spielen auch eine große Rolle, vor allem Hawkwind und Colour Haze.


„Eigentlich will ich unsere Musik nicht direkt irgendwo einordnen, das ist uns auch nicht so wichtig. Wir versuchen einfach guten alten Rock’n’Roll zu machen.“


Kevin: In welches Genre würdet ihr eure Musik einordnen?

Robert: Eigentlich will ich unsere Musik nicht direkt irgendwo einordnen, das ist uns auch nicht so wichtig. Wir versuchen einfach guten alten Rock’n’Roll zu machen. Natürlich mit Einflüssen aus Stoner und 60’s/70’s Rock.

Kevin: Wer schreibt bei euch die Songs?

Robert: Wir schreiben immer alles zusammen. Meistens entsteht alles aus unseren Jam-Sessions.

Kevin: Was könnt ihr mir über euer Equipment verraten?

Robert: Wir stehen eher auf Retro. Wie den HH-Bass Amp oder einen Red Bear Amp. Für meine Rhythmus Gitarre benutze ich einen alten Gibson Amp, der in Russland hergestellt wurde.
Daniel hat einen Marshall 800 und Greg setzt auf Pearl Drums. (Anm.d.Red.: Die Band nutzt ausserdem hauptsächlich Epiphone Instrumente. Robert spielt eine Epiphone DOT ES-355, Daniel eine Epiphone SG und Chriss spielt einen Epiphone Thunderbird Bass) In Zukunft wollen wir das Schlagzeug noch etwas mit Ludwig-Equipment aufrüsten, aber das ist in Polen schwer zu finden.

Kevin: Seid ihr mit euren Instrumenten zufrieden?

Robert: Auf jeden Fall, aber wir haben teilweise die Pick-Ups und Schalter geändert. Ich habe einen originalen Gibson PAF 57 Pickup und auch sonst ist viel Elektronik von Gibson, also schon fast keine Epiphone mehr. Wenn wir mal etwas mehr Geld übrig haben, steigen wir vielleicht um. Das ist aber zur Zeit noch kein Thema für uns.

Kevin: Welcher Auftrittsort war für euch der schönste, wo hat es euch am meisten Spaß gemacht zu spielen?

Robert: Der schönste? (überlegt, schaut fragend in die Runde, lächelt kurz) Hier!!! Und natürlich auch in Potsdam zu den Watersessions. In Deutschland ist es immer wieder schön zu spielen, es kommen viel mehr Leute… Hier sind 2000 Leute, Mann! Bei uns in Polen kommen so um die 50.

Kevin: Wir in Deutschland haben da ja keinen Einblick, erzählt mir mal ein bisschen was über die polnische Stoner-Szene.

Robert: Wir haben eine sehr kleine Szene mit ungefähr zehn Bands, die aber alle sehr talentiert sind. Zum Beispiel „Elvis Deluxe“, „Oregano Chino“ oder „Sattelite Beaver“. Die machen alle sehr, sehr gute Musik. Man spürt auch, dass die Szene langsam wächst und in zwei bis drei Jahren wird sie vielleicht noch nicht so groß sein wie in Deutschland, aber vielleicht wie in Schweden.

Kevin: Wieviele Leute kommen im Durchschnitt zu euren Gigs?

Robert: Also wenn wir in der Hauptstadt Warschau spielen, kann es schon mal sein das 100-200 Leute kommen, aber in kleineren Städten spielen wir vor ca. 10-20 Leuten… Und die stehen meist nicht mal auf Stonerrock, sondern kommen einfach, weil sie ein Konzert sehen möchten.

Kevin: Also ist das alles bei euch noch ziemlicher Underground?

Robert: Ja, es ist sehr, sehr tiefer Underground. (lacht)

Kevin: Habt ihr eine festgelegte Setlist? Gibt es auch Songs die ihr auf jedem Konzert spielt?

Robert: Wir ändern die Setlist von Gig zu Gig, was natürlich mit den Spielzeiten zusammenhängt. Aber „Blue Bird“, „Echo Elephant“ und „Canyon Diabolo“ spielen wir eigentlich immer. Und wenn Zeit für eine Zugabe ist, spielen wir meist noch „Tornado“, was diesesmal leider nicht in den Zeitrahmen passte.

Kevin: Habt ihr früher auch mal ein paar Cover gespielt?

Robert: Ein, zwei mal haben wir „Freedom Run“ gespielt, ansonsten noch „I Wanna Be Your Dog“ von den Stooges. (alle grinsen)

Kevin: Wie enstehen eure Aufnahmen und wer produziert sie?

Robert: Anfangs haben wir alles selbst produziert und aufgenommen, aber die Jungs vom Mustasch Ministry Studio haben uns bei unserer Soundproof-Demo unter die Arme gegriffen und die Hälfte mitproduziert. Außerdem haben sie sich um den Release gekümmert. In Potsdam haben uns auch Asteroid ihre Hilfe angeboten, unser bevorstehendes Album aufzunehmen. Mal sehen, vielleicht schauen wir uns bald nach einem größeren Studio um, vielleicht in Deutschland.

Greg: Rancho de la Luna! (…alles lacht)

„Anfangs wollten wir so laut und heavy wie möglich sein, so ähnlich wie Kyuss klingen, aber jetzt tendieren wir zunehmend zu Space-Stoner-Rock und zu ruhigeren Tönen…“


Kevin: Wie hat sich eure Musik in eurer Laufbahn, von den ersten Sessions bis jetzt, denn so verändert?

Robert: Anfangs wollten wir so laut und heavy wie möglich sein, so ähnlich wie Kyuss klingen, aber jetzt tendieren wir zunehmend zu Space-Stoner-Rock und zu ruhigeren Tönen irgendwo zwischen Brant Bjork, Colour Haze und Jimi Hendrix. Frei in der Musik, frei im Geist.

Kevin: Also haben sich eure ganzen Einflüsse im Lauf der Zeit zu einem großen Ganzen entwickelt?

Robert: Man kann schon sagen, dass sich unsere Einflüsse verschmolzen haben, jeder von uns hört etwas anderes gern. Chriss hört sehr viel Stonerrock, ich höre Jazz, Daniel hört wieder etwas anderes. Die Einflüsse machen dann einfach die Mischung aus.

Kevin: Was war eure größte Aufgabe als Band bisher?

Robert: Unsere größte Aufgabe bisher war sicherlich hier zu spielen, mit Bands wie Garcia plays Kyuss. Es war wirklich etwas ganz besonderes für uns. Aber in Zukunft wird die große Herausforderung unser Album herauszubringen. Vielleicht nehmen wir es in Deutschland auf, vielleicht aber auch in Schweden wenn das mit Asteroid klargeht.

Kevin: Was denkt ihr über euren Auftritt gestern?

Robert: Es war auf jeden Fall OK, die Organisation, das Equipment, die Zuschauer, alles war in bester Ordnung.

Kevin: Habt ihr schon mal vor so vielen Leuten gespielt?

Robert: Nein, noch nie.

Kevin: Was haltet ihr allgemein von dem Festival?

Robert: Es ist verdammt großartig! (O-Ton: „It’s fucking great!“) Sehr gut organisiert, ein Haufen nette Leute um dich herum. Für mich persönlich ist es das wichtigste Festival in Europa für diese Musikszene!

Kevin Wir haben uns ja schon in Potsdam darüber unterhalten, das ihr gerne einen Deal mit elektrohasch hättet, wie sieht’s aus? Habt ihr sie schon kontaktiert?

Robert: Ja, wir haben sie schon vor einem Jahr angefragt.

Greg: Wir haben ihnen unsere Soundproof-Demo zugeschickt, aber sie meinten, dass wir erstmal noch etwas mehr aufnehmen sollten, am besten ein ganzes Album und dann könnten sie uns auch weiterhelfen.

Kevin: Dann erzählt mir mal von euren Albumplänen.

Robert: Also wir wollen ungefähr ein 60-70 Minuten Album haben, zur Hälfte mit den alten Sachen aus der Demo und der Rest ist dann neues Material.

Kevin: Gibt’s die Soundproof-Demo nur als Download, oder gibt es gar Vinyls davon?

Robert: Nein, wir hatten einige Kopien, aber nur auf CD. Leider waren es nur ein paar, so dass wir unser Pulver vorerst verschossen haben. Vielleicht legen wir sie aber später als Vinyl neu auf, wenn wir die Möglichkeiten dazu haben.

„Diesmal versuchen wir es mit einem Sänger und mal sehen was dabei herauskommt.


Kevin: Habt ihr außer dem Album noch andere Pläne für die Zukunft?

Robert:: Natürlich werden wir trotzdem weiter an neuem Material arbeiten und haben für die nächsten drei bis vier Monate Jams geplant. Diesmal versuchen wir es mit einem Sänger und mal sehen was dabei herauskommt.

Kevin: Geht eure derzeitige Tour noch weiter?

Robert: Nein, wir machen erstmal Pause für die Jams, aber wir haben für September einen Auftritt mit „The Grand Astoria“ geplant

Kevin: Dann bleibt mir nichts anderes, als mich zu bedanken und euch für die Zukunft viel Glück zu wünschen!!!