Asteroid – Tübingen/Epple Haus – 1. Juni 2010

Das Epple-Haus war lang nach 22 Uhr immernoch spärlich gefüllt. Es schien sogar so, als ob 1/3 der Anwesenden dort arbeiten bzw. Mitglied waren, 1/3 Leute von der Band waren und der Rest versuchte den kleinen Platz vor der Bühne zu füllen.

Sungrazer, bestehend aus drei jungen Männern betreten eher schüchtern die Bühne, beginnen dann aber souverän ihr erstes Stück. Da die meisten der Besucher wohl noch nie etwas von Sungrazer gehört hatten, war das Publikum anfangs noch zurückhaltend; was sich aber bald änderte. Spätestens bei If (das stark an einen Colour Haze Song erinnert) sind wir überzeugt, dass der elektrohasch-Neuling echt was drauf hat. Zwischendrin beweisen die Jungs echtes Talent beim Jammen und verabschieden sich nach sechs Songs mit einem zufriedenen Lächeln von der Bühne. Der letzte Song Common Believer, kickt uns dann nochmal in Kyuss-Manier richtig in den Arsch und wir sind für Asteroid schonmal vorgeheizt. Insgesamt sehr, sehr überzeugend, wobei mir die eine oder andere ruhige Impro-Stelle zu träge war.

Im anschließenden Gespräch mit Sungrazer am Merch-Stand stellt sich heraus, dass das heutige Konzert das erste in Deutschland gewesen war. Außerdem erzählt vorallem Drummer Hans von Roadburn und der bald erscheinenden Platte bei elektrohasch.

Nachdem ich mir EP und Unterschriften besorgt habe, wollte ich das ganze in das Parkhaus um die Ecke bringen, wo mein Bus geparkt war. Dort angekommen entdecke ich das Parkhaus vergittert und die Öffnungszeiten ganz klein auf einem Schild. Schnell frage ich nach Übernachtungsmöglichkeiten und bekomme für mich und meine Stonerrock-Kollegen für die Nacht einen Platz auf dem Matratzenlager der Band im Epple-Haus zugewiesen (danke dafür nochmal!).

Zufrieden wird sich dann endlich Asteroid zugewandt, die nach einem kurzen Soundcheck loslegen. Schon leicht betrunken, liefern die Jungs dann einen super Song nach dem anderen. Die kurze Enttäuschung, dass es nur so wenig Publikum und daher etwas gedrückte Stimmung gibt, schwindet schnell und die Jungs haben richtig Spaß auf der Bühne. Ich fand vorallem die Songs der zweiten Platte live richtig gut. Hier kommt der tolle zweistimmige Gesang besonders zum tragen (auch bei nicht ganz optimalen Soundverhältnissen). Mit dabei waren unter anderem Garden, Disappear und River. Nach einer guten Stunde verlassen Asteroid die Bühne. Das Publikum tut das beste um die Jungs nochmal herauszulocken. Drummer Elvis (inzwischen nur noch in Unterhosen) und der Rest lassen nicht lange auf sich warten und verabschieden sich dann Zigarette rauchend unter anderem mit Time, welches auch den abschließenden Song auf der neuen CD darstellt. Treibende fuzzy Riffs, der zweistimmige Gesang und allgemein das Zusammenspiel der Jungs lassen alle zufrieden applaudieren und auf ein baldiges Wiedersehen hoffen.

Für die meisten endete hier ein toller Abend. Doch für mich und meine Kumpels sollte es erst gar kein Ende geben. Der Versuch im dritten Stock etwas Schlaf zu finden scheiterte nämlich glücklicherweise durch laute Musik die von unten durch die alten Wände drang. Unten entdeckte man dann, dass was wahren Underground-Rock für mich darstellt. Mitglieder von Asteroid und Sungrazer sowie der Fahrer (Drums bei Captain Duff) jammen in unterschiedlichen Formationen und klingen dabei zusammen fast noch besser wie ein paar Stunden zuvor. Mein zweiter Versuch etwas Ruhe zu finden ging dann ebenfalls in die Hose, als Asteroid und Anhang irgendwann nach oben kommen und sich im Nebenraum lautstark unterhalten. An Schlaf ist jetzt nicht mehr zu denken. Spätestens als sich Sänger Robin sturzbetrunken ganz nah über meinen Kumpel Anton beugt (‚ Do you want a pillow?‘) und lachend mit dem Finger auf mich zeigt, weil ich mich mit einem Spannbezug zugedeckt habe (‚Dude your buddy locks like a cocoon!‘) entscheiden wir uns, uns einfach dazu zu setzten. Bis um sechs Uhr morgens unterhalten sich dann Asteroid, deren zwei Fahrer und wir drei über Bands, Mörder, Alkohol, Schweden, Australien, Gott und die Welt. Um 6.30 Uhr lassen wir die Jungs schlafen (manche auf dem Boden) und wir trotteln zum Parkhaus, mit dem Gedanken, dass so doch bitte jedes Konzert ablaufen sollte!

Setlist Sungrazer:

Gold Strike
Wild Goose
If
Intermezzo
Somo
(Jam)
Common Believer

Setlist Asteroid:

Intro
Supernova
Untitled (Neuer Song)
Silver Leaf
Edge
River
Lady
Towers
Disappear
Sim-Sala-Bim
The Big Trip Beyond
___
Garden
Time

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