Baroness – Karlsruhe/Stadtmitte – 24.01.2010

Die Baronin überrennt Karlsruhe mit dem hochgelobten ‚Blue Record‘

Supports: nebra, planks. Fand ich nicht so überragend, was aber hauptsächlich am wirklich nicht gut abgemischten Sound lag. (Ist ja leider oft so bei den armen Vorbands). Hatten aber echt ne Menge Power/Energie.

Baroness: Die Jungs bauen ihr Material auf. Verschwinden kurz von der Bühne, um dann gleich darauf in etwas gedämpften Licht wieder darauf zu erscheinen. Nach einem kurzen Intro (Bullshead Psalm), knallt der erste Song vom ‚Blue Record‘ dem Publikum entgegen: ‚Sweetest Curse‘. Und ab da, gab es dann kein Halten mehr. Die Jungs spielen alle Knaller vom roten und blauen Album. Und das mit solch einer Spielfreude, dass es auch die Kerle in der letzten Reihe überzeugt haben muss, dass Baroness sich als einzigartige und atemberaubende Band in der Metal/Sludge-Szene etabliert haben. Nicht zu Unrecht, wurde „Blue Record“ von vielen Magazinen zum Metal-Album 2009 gewählt.

Klar, Songs wie ‚Isak‘, ‚The Birthing‘ oder ‚Wanderlust‘ zählen quasi schon jetzt zu den Klassikern von Baroness und lässt die Menge zurfrieden die Power dieser Songs aufsaugen. Aber dennoch; das neue Material, aus dem ca. 50% des Sets bestand, konnte mehr als überzeugen. Die harmonisch-melodischen Teile der neuen Songs werden schlagartig von harten Sludge-Riffs abgelöst; und die hauen einen dann wirklich um.
Sänger John grinst dabei kurz in die überglücklich nickende/bangende Menge nur um kurz darauf die nächsten Textzeilen wütend in das Mikro zu brüllen.

Doch nicht nur der teilweise auf dem Boden liegende John kann sich beim spielen kaum halten vor Power, auch Drummer Allen steht irgendwann wortwörtllich auf seinem Stuhl um in die Drums einzudreschen.

Nachdem die Setlist abgehakt ist, bedankt sich Frontmann John ausführlich beim begeisterten Publikum und verzieht sich Backstage. Nach 2 kurzen Minuten kommt das Quartett wieder auf die Bühne um einen letzten Song zu spielen. Laut John ein ganz besonderer Track für die Band, da es sich um den ersten Song handelt, den Baroness je aufgenommen haben „Tower Falls“ von ihrer EP „First“. Das perfekte Ende eines überzeugenden Abends.

Ich habe Baroness 2009 in Stuttgart gesehen und war damals mehr als angetan, dass das was sie geboten haben, seinesgleichen sucht. Doch dieser Auftritt, war nochmal ein ganzes Level höher.
Die Jungs sind noch besser, noch spielfreudiger, noch überzeugender und noch sympathischer, als zuvor!

Ich würde ja gern etwas bemängeln, aber hier fällt mir nun wirklich nichts ein.

Baroness haben einen Stil gefunden, der sowohl die Metal-Heads, die Sludge-Fans als auch die Stoner anspricht. Baroness haben Großes vor und sich hohe Ziele gesteckt, die sie meiner Meinung nach auch mit Sicherheit erreichen werden.

Bin mir nicht 100% sicher, aber die Setlist dürfte folgendermaßen ausgesehen haben:

Bullhead’s Psalm
The Sweetest Curse
Jake Leg
Machine Gun (Jimi Hendrix cover)
Isak
The Birthing
Ogeechee Hymnal
A Horse Called Golgotha
War, Wisdom and Rhyme
Swollen and Halo
Red Sky
Wanderlust
Grad

Encore:
Tower

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