Desertfest Berlin – Festivalreview – Tag 1 (Donnerstag)

Es ist Mittwoch. Der Tag vor dem Desertfest. Seit Monaten freuen wir uns auf dieses Event. Unser Team trifft Stück für Stück im Berliner Hostel Comebackpackers ein. Wir sind geschafft von unserer Anreise. Dabei sind Distanzen wie Hamburg-Berlin, Karlsruhe-Berlin oder etwa Köln-Berlin ein Witz im Gegensatz zu den Kilometern, die so mancher Desertfestbesucher auf sich genommen hat (doch das sollten wir erst im Laufe der nächsten Tage herausfinden).

Mitten in Kreuzberg Berlin, am Kottbusser Tor, haben wir uns also eingenistet. Am Mittwochabend gehen wir natürlich alle zeitig um halb zehn ins Bett, um uns mental auf das Festival vorzubereiten und frisch in den Donnerstag starten zu können. Ok, nein… rauchend und trinkend wird die Mammutbar unsicher gemacht. Getroffen haben wir dabei nicht nur Member von Neume und Kadavar, sondern auch eine kleine Gruppe von Desertfest-Anhängern.


Festival Trailer

Schon am Vortag konnten wir also ein wenig vom Wüstenfeeling mitten in Berlin mitnehmen. Der Donnerstag wartete nicht nur mit Sonnenschein, sondern auch mit dem ersten Kater auf uns. Von beidem sollte es die Tage noch mehr geben.

Unser Team hat sich beim Schreiben des Reviews aufgeteilt, so dass wir möglichst alle Bands abdecken können. Wir hoffen euch macht das Lesen Spaß. Videos und Bilder werden den Bericht teilweise erst im Laufe der weiteren Tage schmücken können, da die Bearbeitung leider etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt. Aber keine Sorge, ihr bekommt ALLES zu sehen. Haut rein und bis zum nächsten Jahr (oder noch besser: Bis zum Stoned!):

– Tim für stonerrock.eu –


Festival Videoreview – Day 1

Operators

Die Berliner Lokalmatadore Operators hatten die schwierige Aufgabe, das Desertfest am Donnerstag zu eröffnen. Der Festsaal Kreuzberg war bereits gut gefüllt und die feierwütige Menge bereit. Der erfrischend gutgelaunte Rock der sechs Jungs wurde dankend angenommen. Von fetten Stonerriffs über psychedelische Keyboardmelodien bis hin zu partymäßigen Abgehsongs war alles geboten. Ein gelungener Auftakt für die kommenden 3 Tage!

– Kev –

Kommentar: Alle die sich dachten:“Die erste Band muss man nicht sehen.“ haben definitv etwas verpasst, was für ein hammer Opener. Besonders die Orgelei hat mächtig viel Druck gemacht, der Sound war spitzenmäßig. Im Nachhinein definitv eine DER Überraschungen des Wochenendes für mich! – Flo –

Stonehenge

… sind jetzt schon seit über einem Jahr ein kleiner, aber feiner Name in der Szene. Nachdem mich die junge und sehr symphatische Band schon beim Rotormania 2011 überzeugen konnte, sind sie auch dieses mal wieder voll in ihrem Element. Hier gibt es ebenfalls eine prägnate Orgel und eine Menge Energie. Kein Wunder, dass die Jungs von den Operators in der ersten Reihe mit am tanzen sind. 70s-Rock, Heavy Jam, … wie auch immer man das nennen will; es macht Spaß, und Lust auf eine Platte.

– Tim –

Ancestors

Bescheiden und optisch dezent halten es die 5 Prog-Meister der Ancestors aus Los Angeles. Weniger dezent bilden sie jedoch ihren Sound, der regenbogenfarbiger nicht sein könnte. Mit einer gekonnten Mischung aus Psychedelic, Doom, Progressive-Rock und Post-Metal baut die Band ein Spektrum voll ausufernder Doom-Passagen, Hammond-Orgelklängen und verspielter Melodien, wie man sie anno dazumals von King Crimson oder Pink Floyd kannte. Und diese Einflüsse sind keineswegs abzustreiten, welche Ancestors auf ihren bereits 3 Alben zum Besten gaben. Besonders angenehm finde ich die Art und Weise, wie das Quintett ihren Auftritt bestreitet. Gelassen und komplett frei von Hektik. Und somit geht ein Gefühl von Zeitlosigkeit auf das Publikum über. Wunderschön.

– Ruth –

Greenleaf

Die Allstar-Band rund um Ex-Dozer Gitarrist Tommi Holappa und Truckfighters-Sänger Oskar Cedermalm brachten uns ein gehöriges Stonerbrett irgendwo zwischen 70er Retro, wilden Jams und heavy Riffwänden. Irgendwie hatte niemand die 4 Schweden so richtig auf der Rechnung und trotzdem, oder gerade deshalb fegten sie das begeisterte Publikum völlig weg. Einer der besten Gigs des Festivals und wahrscheinlich die größte Überraschung.

– Kev –

Kommentar: Die Überraschung des Wochenendes war es definitiv! Auch sehr beeindruckend, dass der Bassist tatsächlich blind war – Hut ab vor einem solchen Talent. Ozo scheint es zu genießen, mal ohne Gitarre auf der Bühne zu stehen, so wie er getanzt hat. – Flo –

Orange Goblin

Mit ihrem neuen Album An Eulogy For The Damned im Gepäck kamen die britischen Urgesteine der Szene daher und garantierten wieder einmal einen vollen Festsaal. Es wurden einige neue Stücke zum besten gegeben und natürlich reichlich Hits aus den sechs Vorgängeralben. Die Songs vom neuen Longplayer kamen mit ihrer metal-lastigen Härte und den hervorragenden Melodien sehr gut an. Das Publikum war während des ganzen Konzerts aus dem Häuschen. Verdienterweise, denn wer OG schonmal live sehen durfte, der weiß das man hier nichts falsch machen kann. Der erste richtige Höhepunkt des Festivals und gleichzeitig der vorzeitige Abschluss eines gelungenen ersten Tages!

– Kev –

Kommentar: Was man meiner Meinung nach viel zu selten sieht, hat hier super geklappt. Vom ersten Song an war die Stimmung perfekt und wurde von da an auch nur noch besser. Scorpionica als Opener war einfach genial. Nach zwei Dritteln des Auftritts war die Ausdauer der feierwütigen Fans etwas aufgebraucht. Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut werden würde. Für mich die Überraschung! – Tim –

Aftershowparty Nr. 1

Schon vorbei? Nicht für Philipp und mich! Wir lassen mit unseren neuen australischen Freunden auf der Aftershowparty mächtig die Sau raus. Das Bier schwappte nur so über die Tische, überall wurde angestoßen, jeder feierte mit jedem. Die Operators (ich war immernoch hin und weg von den Jungs) ließen sich ebenfalls nochmal blicken und waren für Gespräche und Bier (Danke nocheinmal) immer zu haben. Dazu gab es eine wunderbare (wohl die schönste) Musikmischung von DJ Rob Zim, mit dem wir ebenfalls ein paar Worte wechseln, bis uns letztendlich die Security zum gehen bittet.

Jetzt, morgens 5:30, aber ab ins Bett und schnell auskurieren, denn ein aufregender Tag 2 steht bevor.

– Flo –

Photography by stonerhead (Thanks!)

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