Karma To Burn – Weil der Stadt/Jugendhaus – 4.4.2010

Karma To Burn rocken das Jugendhaus in Weil der Stadt

Mit Karma To Burn haben sich die Jungs und Mädels vom Jugendhaus Weil der Stadt ihren bisher größten Fisch an Land gezogen. Zum ersten Mal wurde am Eingang ein zweistelliger Betrag von den Besuchern verlangt. Geld, dass wie sich später herausstellen sollte, sinnvoll investiert wird. Das freundliche Personal versorgt die gespannten (vermehrt jungen) Leute mit 2€ billigem Bier und sorgt so schon mal für die perfekte Voraussetzung für die erste Band.

Bushfire betreten die Bühne. Besonders ins Auge fällt einem dabei sofort der Frontmann „Bill“. Der 2-Meter-Mann (bärtig, langhaarig, bierbäuchig) hat wortwörtlich einen Scheinwerfer im Gesicht, was er aber durch einen stetigen Positionswechsel auf der Bühne kompensiert. So singt und brüllt er auch mal durch das Set. Nicht nur die fünfköpfige Band scheint dabei sichtlich Spaß zu haben. Das Publikum ist sofort vom Stil der Band überzeugt und lässt sich mitreißen. Von der Band selbst als Heavy Stoner Blues beschrieben, machen die Jungs ordentlich Party, wobei Bill gegen Ende auch mal die Bühne verlässt und sich singend unter das Publikum mischt. Besonders gut kommen die Songs „Little Man“ und „Useless In So Many Ways“ an. Auch wenn Bushfire dann nach „The Fiend“ die Bühne verlassen, ist die Show um sie bzw. um Bill noch lange nicht vorbei (dazu später mehr).

Als nächstes sind dann schon Year Long Disaster am Start. Rich Mullins (Bass bei K2B) und Daniel Davis (Vocals und Gitarre bei YLD) sind ja nicht nur auf der Bühne Tourpartner, sondern haben zusammen schon zusammen die eine oder andere Bartour und eine Drogenrehabilitation hinter sich gebracht. Alle (auch der Drummer, der alles gibt, sei hier zu erwähnen!) spielen sich motiviert durch das kurze Set. Nur Davis‘ Vocals leiden etwas, diese sind meiner Meinung zu leise und heben sich schlecht vom restlichen Sound ab. Aber egal, wenn wir von dem fetten Hard Rock Sound von Year Long Disaster den Gesang wegnehmen, sind wir ja schon ziemlich nah dran am Mainact des heutigen Abends.

Karma To Burn entern die Bühne und starten gleich voll durch mit 19. Eine gute Idee. Der Song zählt wohl zu den besten der Band. So ist auch gleich das Publikum voll dabei. Hierbei sollte man sich mal die Frage stellen, was Karma To Burn eigentlich ausmacht und wie eine (nicht-psychedelische) instrumentale Band so eine Stimmung verbreiten kann. Karma To Burn haben es geschafft, den Stoner Rock auf das zu reduzieren, was man dafür braucht ohne dabei langweilig zu klingen. Die Grundessenz besteht aus mächtigen eingängigen Riffs, einem soliden Bass und harten Drums. Mit diesem Stil werden Karma To Burn genauso wenig einen Innovationspreis gewinnen wie mit dem neuen Album. Dennoch hört man es sich gerne an und vor allem live entfalten die Riffs ihre wahre Wirkung. Wer sich dazu nicht bewegt, dem kann nicht geholfen werden. Etwa in der Mitte des Sets kommt dann Davis für zwei Songs auf die Bühne und verleiht Karma To Burn ausnahmsweise mal eine Stimme. Und natürlich eine weitere Gitarre so, dass der Sound noch wuchtiger knallt. Die Setlist wird gekrönt von 20, wo dann auch die Stimmung am überlaufen ist. Pogo, Bangen, herumspringen, halten kann sich fast keiner mehr. Karma To Burn werden dann nochmal für 4 Songs auf die Bühne gejubelt, die sich dann bedanken und zufrieden die Bühne verlassen.

Dannach ist die Party aber noch nicht vorbei. Die Bandmitglieder laufen noch lange durch die Gänge und sind für ein kurzes Gespräch immer zu haben. Besonders nett dabei stellte sich Rich Mullins heraus; sehr aufmerksamer, introvertierter und witziger Typ. Eher Aufmerksamkeit suchend und extrovertiert (aber auch sehr witzig) macht bis zu letzt noch Bill von Bushfire das Jugendhaus unsicher. Vulgäre Witze auf englisch reißend und CDs verkaufend (five bucks dude!) machte diese Stimmungskanone den Abend für viele sicher zu einem unvergesslichen. Am Ende noch ein Sofa zerstört und bemüht den eigenen Pullover noch zu verkaufen endet so ein toller Konzertabend in Weil der Stadt. Lob hierbei an das Jugendhaus, die tolle Organisation, die Partymülltonne und die netten Leute.

Danke an Anton für Fotos und die Setlist von Year Long Disaster und Karma To Burn

Setlist Bushfire:

Intro
In Black
Forget Regret
Loaded
now 33
Hundretsixtysix
Black Ash Sunday
Useless In So Many Ways
Give It To Me
Little Man
Eyes Closed
The Fiend

Setlist YLD:

Love Like Blood
Per Qualche Dollaro In Piu
Venus At The Crossroads
Sparrow Hill
Cyclone
Black Magic
Show Me Your Teeth

Setlist K2B:

19
8
30
45
36
43
32
Waiting On The Western World
Never Say Die (Black Sabbath cover)
46
34
28
20
—ENCORE—
11
39
1
35

Danke an Anton für die Bilder!

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