Monkey3 – Hamburg – 8./9. Mai 2011

8. Mai 2011 – Hamburg/Markthalle

monkey3 - HamburgDank eines Tipps aus dem Forum, wurde ich auf den Auftritt von monkey3 am 8. Mai in der Markthalle aufmerksam gemacht. Vorfreude kocht schnell auf. Die Schweizer kommen ja eher selten so hoch in den Norden. Umso mehr ein Grund monkey3 am heutigen Abend endlich von der „Must-See“-Liste zu streichen. In naiver Erwartung auf eine volle Markthalle pack‘ ich mich in den Zug nach Hamburg Hbf. Von hier aus ist die Location in fünf Minuten zu Fuß erreichbar.
Auf der Terasse der Markthalle und damit am Eingang angekommen, merke ich schon, hier stimmt etwas nicht! Die Anwesenden rauchen gemütlich und warten. Warten, worauf? Auf ihren eigenen Auftritt. Von den zwanzig bis dreißig Leuten gehören mindestens die Hälfte zu den zwei lokalen Vorbands. Auch drinnen sieht das Bild nicht besser aus. Der Mann an der Bar scheint bald, in dem für mehrere Hundert ausgelegten Club, an Einsamkeit zu verkommen.
Beide Supportbands ziehen ihr Ding souverän durch und spielen. Spielen für ihre Freunde. Leider gehen diese mit Hyne und Шахтёр dann auch zum Großteil nach Hause.

monkey3 - HamburgAls dann gegen 23 Uhr das Intro von monkey3 ertönt und der Konzertraum mit ca. 15-20 Leuten gefüllt ist frage ich mich: Leute, wo seid ihr? Schon ein paar Frustbier intus traue ich mich alleine kurz vor den Bühnenrand. Die Schweizer betreten die Bühne und ich wundere mich, dass mein Jubelschrei nicht einsam im Raum verklingt. Die wenigen Anwesenden, haben wenigstens den Anstand die Gäste vernünftig willkommen zu heißen! Anhand der Blicke kann man gut erkennen, dass sich monkey3 überhaupt nicht von der Anzahl der Leute beeindrucken lassen. Im Gegenteil. Die nächsten neunzig Minuten sollen eine Aneinanderreihung von Höhepunkten werden.
monkey3 - Hamburg
Zum ersten Mal halte ich meine Augen bei einem Konzert wirklich fast komplett geschlossen. Nur selten öffne ich sie kurz, nur um zu sehen, dass monkey3 das selbe nur tun, um sich kurz anzugrinsen. Spaß und Power ziehen sich durch den kompletten Gig. Die instrumentalen Klangwelten, irgendwo zwischen Desert, Post und Space Rock nehmen einen mit in eine düstere Parallelwelt. Stellt man sich den Weltuntergang vor… , es würde nicht Slayers Raining Blood dabei ertönen, sondern vielmehr monkey3s Jack. Dieser Song ist so heavy, wie es ein Thrash-Metal-Song nur oberflächlich sein kann. Wenn einen Songs wie Xub oder Driver live umspielen, muss man die reale Welt vergessen können. Einsteigen und die Fahrt genießen.
Nachdem die Band zu einer Zugabe auf die Bühne befehligt wurde verabschieden sich diese zufrieden. Und sie wirken wirklich zufrieden! Daumen nach oben, vor und auf der Bühne beenden das Konzert.
Irgendwie traurig war das Ganze dennoch. Irgendwie zu Underground.
Was könnte da die Stimmung wieder etwas aufbessern? Eine Studiosession mit monkey3 in noch intimeren Rahmen am nächsten Abend vielleicht? Zwei weitere Fans und ich bekommen genau dazu eine Einladung. Unseren überschwenglichen Jubel und hypnotisches Getanze wurde offenbar als symphatisch empfunden. Quasi ein Exklusivkonzert und dazu noch vor laufender Kamera. Die Welt ist wieder in Ordnung.

9. Mai 2011 – Hamburg/101 Studios

monkey3 - HamburgUnter dem Namen Stpauli Sessions soll der zweite Abend mit monkey3 stattfinden. Dieses mal muss dazu jedenfalls etwas tiefer in das Herz Hamburgs eingedrungen werden. In der Nähe vom Übel und Gefährlich und quasi genau gegenüber vom Club Knust findet sich ein kleines aber feines Studio wieder. Eingangsbereich und Aufnahmeraum sind gleichermaßen vollgestellt. Ersterer mit Equipment der Bands und letzterer zum Großteil mit Kameras. Drei Kameras plus Kamerakran finden sich in dem fünf mal fünf Meter großen Raum wieder. Und da soll noch die Band und Publikum reinpassen?
Hammer Deich - Hamburg 2011Schon bei der ersten Band Hammer Deich merke ich, es geht. Mit dem kleinen Manko, dass sich langsam aber sicher Schweißringe an allen T-Shirts abzeichnen. Die Hamburger Band überzeugt mit hart gespieltem Alternative Rock und Lyrics die zum Nachdenken anregen. Vor allem der Sänger steckt die volle Energie in die Lyrics. Schreit, ohne unverständlich zu sein. Auch die vielen Linsen können Hammer Deich nicht aus dem Konzept bringen. Nach einer dreiviertel Stunde ist Schluss für die Hamburger. Monkey3, mit denen man sich bis jetzt draußen auf französisch oder englisch unterhalten konnte, beginnen mit dem Umbau, welcher den Aufenthalt in den engen Räumlichkeiten unmöglich macht. Also raus in die warme Abendluft.

Lange müssen wir nicht warten. Dann geht’s los, mit Monkey3 Take Two. Für die meisten jedenfalls. Wer gestern wegen Monkey3 in der Markthalle war, ist heute auch da. Wieder erkennt man Vorfreude auf den Gesichtern aller Beteiligten. Monkey3 - Hamburg 2011Dieses mal gibt es keine Bühne und keine Lichtshow. Für den Beamer gibt es keinen Platz. Er projiziert widerwillig an die Decke. Zwischen Kamerateam, Zuschauer und Band gibt es teilweise weniger als ein paar Zentimeter Platz. Intimer geht’s wirklich nicht.
Die Atmosphäre ist, mit dem hellen Licht, vielleicht nicht die Beste. Aber Sound und Stimmung sind gut. Ob professionell oder privat, jeder zweite Anwesende hat eine Kamera vor dem Gesicht. Der Kamerakran streift nur im knappen Abstand über die Studiodecke. Monkey3 verlieren sich dabei in ihrem Spiel und überzeugen abermals mit vielen Titeln der neuen Platte Beyond The Black Sky. Schon fast schüchtern verlassen Monkey3 den kleinen Raum und kommen nur noch einmal für eine ungeplante Zugabe.

Vielen Dank nochmal für die Einladung und einen einzigartigen Abend!

Setlist

Camhell
One Zero Zero One
Last Moulinao
Black Maiden
Motorcycle Broer
Through The Desert
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Xub

Monkey3 - Hamburg 2011

Alle Bilder sind in den 101 Studios entstanden.
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