Void Fest 2013

SONY DSCIm Gegensatz zum Vorjahr war eine idyllische Waldwiese in der Nähe von Bad Kötzing der Austragungsort des Void-Fests. Ein großes „Enter The Void“ Banner und Kreuze mit Grabkerzen links und rechts von dem düsteren Waldweg erzeugten schon eine ziemlich morbide Stimmung, aber die strahlende Sonne und Leute in Badehosen brachten dann das Sommerfestival-Feeling. Leider konnte ich Arbeitsbedingt die ersten beiden Bands Carrion Mother und Torso nicht sehen, aber zumindest kam ich noch pünktlich zu…

Freitag

SONY DSCBlues Pills

Auf dem Desertfest hab ich sie leider nicht wahrgenommen, wie sich herausstellte ein großer Fehler! Die Jungs um Frontfrau Elin Larsson zelebrieren die späten Sechziger und frühen Siebziger wie kam eine andere Band zur Zeit! Der Plattenvertrag mit Nuclear Blast dürfte das unterstreichen. Cory Berry (Drums) und Zack Anderson (Bass) liefern die ideale Rhythmusgrundlage für die tolle Rockröhre von Elin und der gerade erst volljährig gewordene Dorian Sorriaux legt an der Klampfe ein Gefühl und eine Technik hin, wie man sie selten zu sehen bekommt! Also ich werd mir sie nicht noch mal so einfach entgehen lassen!

The Flying Eyes

Die vier sympathischen Amis aus Baltimore beglücken uns jetzt mit feinstem Heavy Psychedelicrock. SONY DSCDurch ihr unermüdliches touren durch ganz Europa und vorallem Deutschland haben sie etliche Fans gewonnen, was man auch an der Zuschauermange vor der Bühne eindrucksvoll sieht. Gut gelaunt wie immer spielen Will, Mac, Adam und Elias auch einige Stücke vom neuen Album Lowlands und machen später noch etliche Fotos mit den Zuschauern und signieren fleißig ihre Platten am Merch-Stand.

Omega Massif

Ausser dem Bandnamen war mir bisher von den seit 2005 aktiven Würzburgern nix geläufig, dementsprechend ging ich ohne große Erwartungen vor die Bühne. Dann kam eine brennende, lavaspuckende Dampfwalze und überrollte mich genüsslich… langsam und böse… und als ich bewusstlos am Boden lag, traf mich ein mit Dornen besetzter Vorschlaghammer mitten in den Bauch! So ungefähr fühlte sich der Sound an, der da aus den Boxen auf die Leute einschlug. Was für ein Brett, herrlich! Instrumental-Post-Sludge-Doom der auch ab und zu mal aufs Gaspedal steigt oder ein bisschen Luft zum atmen lässt, bis wieder die Dampfwalze gestartet wird. Ich muss mich ab jetzt mal ernsthaft mit Omega Massif beschäftigen, ich hab die Vorahnung es wird sich lohnen!

Samstag

Stonehenge & Heat – Tim

SONY DSCDie größten Teile der zwei Auftritte schaue ich mir vom Campingplatz an, um die Energie zum Ausrasten bei DxBxSx sparen zu können. Dennoch überzeugen beide Berliner Acts auch auf hundert Meter Entfernung. Stonehenge mit ihrem Keyboard-geschwängerten Groove und Heat mit tollem 70er Classic-Rock-Flair. Trotz unmenschlicher Hitze zieht es schon den ein oder anderen vor die Bühen und feiert ordentlich zum Sonnen-Soundtrack.

DxBxSx

SONY DSCDxBxSx hatten hitze-technisch den wohl anspruchsvollsten Slot zu bewältigen; mitten in der prallen Nachmittagssonne geben die Berliner ihren stonigen Deutsch-Punk zum besten. Etwas schade das die meisten Zuschauer lieber ein schattiges Pläzchen suchten, anstatt zu Hammernummern wie Ihr Alle Immer, Keine halben Sachen oder Tick, Tick, Tick vom aktuellen Album abzugehen. Das Trio schwitze literweise, aber gab alles für eine geile Show!

Asteroid

Unsere schwedischen Lieblinge sorgten wieder für volles Haus vor der Bühne, was sicherlich auch den sinkenden Temperaturen zu verdanken war. Während ich wie schon voriges Jahr während Naam beschloss, mir das Spektakel unter Bearbeitung meines linken Armes vom Tättowierstuhl aus anzusehen. SONY DSCHat auch was für sich muss ich sagen. Für ihre Live-Qualitäten sind die Asteroiden ja ohnehin bekannt und Perlen wie Dissappear und Fire zünden einfach immer. Einfach ein Genuss die vier.

Mars Red Sky – Tim

Mars Red Sky aus Frankreich zelebrieren psychedelischen Honig-Stoner Rock der extra heavy Art. Das haben inzwischen vermutlich auch schon alle mitbekommen. Daher verwundert es nicht, dass sich eine große Meute vor der Bühne versammelt hat und Songs wie Strong Reflection, Up The Stairs oder auch neue wie Clean White Hands ordentlich feiern. SONY DSCEinheitliches Kopfnicken zum wummernden Bass, dem treibenden Drum-Beat und den irren Gitarrensounds von Julien gehört mit zu den Highlights des Wochenendes. Man darf auf das zweite Album gespannt sein!

Sgt. Sunshine – Tim

Ich muss zugeben, dass ich mich erst richtig mit Sgt. Sunshine befasst habe, nachdem das Void Fest die Band so hoch angepriesen hat. Und das nicht umsonst. Das Debut-Album sucht seiner gleichen. Vor dem Festival lief es jedenfalls rauf und runter. Beim Soundcheck bemerkt man die lange Bühnenabstinenz. So richtig wer, wann, wie, wo, weiß keiner mehr so richtig. Als dann aber die ersten Songs gespielt sind, wird klar, dass die es live nach so langer Zeit immer noch drauf haben. Die ganzen „Klassiker“ quasi exklusiv vorgespielt zu bekommen: großartig! SONY DSC

Downfall of Gaia – Tim

Vor die Bühne schaff ich es nicht mehr. Aber die Weltuntergangs-Mucke passt perfekt zum Gewitter, dass sich im Tal festgesetzt hat. In Campingstuhl-Reihen werden die einschlagenden Blitze gefeiert und unterstreichen noch einmal den extrem schönen Austragungsort des Festivals. In der ersten Nacht gab es Sternschnuppen in Massen und in der letzten Blitze am laufenden Band, ohne großartigen Regen. Wahnsinn.


SONY DSCAuch mein zweites Void Fest war ein Höhepunkt der Festivalsaison! Wieder gemütlich, freundlich und friedlich… wieder tolle Bands und nette Leute… wieder annehmbares Wetter… wieder n Tattoo. Es spricht alles dafür, das dieses tolle Fest ein fester Bestandteil jeder Festivalsaison für mich wird. Ich möchte allen alten und neuen Freunden aufs herzlichste für dieses Erlebnis danken!!! Vorallem Dominik und dem ganzen Void-Team die alles dafür gegeben haben, uns ein wunderschönes Wochenende zu bereiten! Bis nächstes Jahr meine Freunde, bleibt wie ihr seid!

Cheers!!!

Kev